Kurs: 21W-0350-01 RV 

Konzept: David Luginbühl
Von Imperien zu Nationalstaaten: Europas Osten nach dem Ersten Weltkrieg (HYBRID)
Bis zum Ersten Weltkrieg blieb die Ordnung in Mittel- und Osteuropa von dynastischen Imperien geprägt. Nach dem Kollaps der Reiche der Habsburger, der Romanov und der Osmanen setzte sich das Modell des Nationalstaats durch. Die Ringvorlesung thematisiert die Anfänge dieser neuen Ordnung. Gemäss der Devise vom «Selbstbestimmungsrecht der Völker» wurde sie national gedacht. Zahlreiche Minderheiten und Diasporen zeugten aber weiterhin von der ethnischen, kulturellen und religiösen Vielfalt der vormaligen Grossreiche. Flucht, Gewalt und autoritäre Regimes waren die Kehrseiten nationaler Selbstbestimmung.
26.10. Krieg, Revolution und Zerfall der Imperien (HYBRID)
Die Neuordnung des östlichen Europa im Überblick
Prof. Dr. Frithjof Benjamin Schenk
Die Russische Revolution und das Ende des Ersten Weltkriegs haben die politische Landkarte des östlichen Europas tiefgreifend verändert. An die Stelle der grossen Vielvölkerreiche traten neue Nationalstaaten. Die Vorlesung behandelt Ursachen und Hintergründe der Umgestaltung der Staatenordnung in Osteuropa nach dem Ersten Weltkrieg. Sie skizziert abschliessend die innere Entwicklung der neuen Nationalstaaten und deren zwischenstaatliche Beziehungen.
Di, 26.10.2021, 19:30 – 20:45
RAI-G-041, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

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Hinweis Sie entscheiden spontan, ob Sie dieses Referat zu Hause oder vor Ort im Hörsaal verfolgen wollen. Nach der Buchung erhalten Sie den Kursausweis und damit das Eintrittsticket für die Uni. Zwei Stunden vor Vortragsbeginn erhalten Sie automatisch auch den Zoom-Link per Mail zugesandt und können sich so online zuschalten.
02.11. Die wiederbegründete Republik Polen (HYBRID)
Dr. Martin Faber
Nach 123 Jahren der Teilung Polens zwischen den Nachbarstaaten Deutschland, Österreich und Russland entstand am Ende des Ersten Weltkriegs wieder ein polnischer Staat. Doch dessen Grenzen und seine politische Ordnung ergaben sich erst im Verlauf eines mehrjährigen Prozesses, bei dem nicht nur zahlreiche Widerstände von aussen überwunden werden mussten, sondern auch die Meinungsunterschiede unter den Polen selbst eine grosse Rolle spielten. Das Ergebnis war letztlich ein Staat, der in vieler Hinsicht gefährdet war, der sich aber trotzdem zu beachtlichen Leistungen fähig zeigte.
Di, 02.11.2021, 19:30 – 20:45
RAI-G-041, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

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09.11. Das Königreich Jugoslawien (HYBRID)
Ein Staat ohne Staatsvolk
Prof. Dr. Nada Boškovska
Aus den unabhängigen Staaten Serbien und Montenegro sowie den südslawischen Teilen der untergegangenen Habsburger Monarchie entstand Ende 1918 das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (ab 1929 Königreich Jugoslawien). Es setzte sich aus Bestandteilen zusammen, die zuvor jahrhundertelang zu unterschiedlichen Grossreichen gehört hatten und sich entsprechend stark voneinander unterschieden – in kultureller, religiöser, wirtschaftlicher, sozialer und ethnischer Hinsicht. Insbesondere der Gegensatz zwischen Serben und Kroaten dominierte das politische Leben und torpedierte die staatliche Integration.
Di, 09.11.2021, 19:30 – 20:45
RAI-G-041, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

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16.11. Die Tschechoslowakei (HYBRID)
Demokratische Erfolgsgeschichte mit Schattenseiten
Dr. Jana Nosková
Die Tschechoslowakei entstand im Oktober 1918, nach dem Zerfall des multiethnischen habsburgischen Reiches Österreich-Ungarn. Der neue Staat wurde als Nationalstaat der Tschechoslowaken definiert, blieb aber gleichzeitig geprägt von einer ethnischen und kulturellen Vielfalt und von Minderheiten, die es in die neue demokratische Republik zu integrieren galt. Die Vorlesung thematisiert die Problematik der Multiethnizität in der Tschechoslowakei der Zwischenkriegszeit, mit einem Akzent auf das Beispiel der deutsch-tschechischen Beziehungen und einem spezifischen Fokus auf das alltägliche Zusammenleben.
Di, 16.11.2021, 19:30 – 20:45
RAI-G-041, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

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23.11. Die jüdische Bevölkerung im Umbruch (HYBRID)
Zwischen Integration, Staatenlosigkeit und Staatssuche
Prof. Dr. Julia Richers

Nach dem Zusammenbruch der multiethnischen Vielvölkerreiche fanden sich die jüdischen Gemeinschaften Ostmittel- und Osteuropas in unterschiedlichen Nationalstaaten wieder, die ihnen chronisch Illoyalität unterstellten. Die Vorlesung beleuchtet am Beispiel von Russland, Polen und Ungarn die unterschiedlichen Strategien der grossen jüdischen Bevölkerung vor Ort: Während ein Teil mit (Hyper-)Assimilation reagierte, erachteten andere angesichts von Pogromen und Antisemitismus sämtliche Integrationsprojekte für gescheitert. Gerade Sozialismus und Zionismus erhielten in der Folge regen Zulauf.

Di, 23.11.2021, 19:30 – 20:45
RAI-G-041, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

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30.11. Ungarn und Österreich (HYBRID)
Neugründungen im Schatten vergangener imperialer Grösse
Dr. Regina Fritz
Die Jahre 1918 bis 1920 läuteten für viele Bürgerinnen und Bürger der ehemaligen Machtzentren der Österreichisch-Ungarischen Monarchie den Beginn eines neuen Zeitalters ein. Die stark geschrumpften Staaten Österreich und Ungarn hatten nicht nur ihr politisches Gewicht eingebüsst, sondern mit den abgetrennten Territorien auch Millionen von Arbeitskräften und wichtige Produktionsstätten verloren. Der Vortrag zeichnet diese von Chaos und fortlaufender Gewalt gekennzeichnete Periode nach und wirft ein Licht auf den Lebensalltag und das Lebensumfeld der Bürgerinnen und Bürger in Österreich und Ungarn.
Di, 30.11.2021, 19:30 – 20:45
RAI-G-041, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

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07.12. Die Anfänge der modernen Türkei (HYBRID)
Dr. Alexander E. Balistreri
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs sollen die Mittelmächte für den Krieg bezahlen und Territorien aufgeben. Die Türkei leistet Widerstand gegen die Friedensbestimmungen und die nationale Bewegung kämpft erfolgreich für die Revision der Nachkriegsordnung. Mit der westlichen Anerkennung der neuen Türkei 1923 wird das Osmanische Reich endgültig zum türkischen Nationalstaat. Inwiefern markierte dieser Prozess einen wirklichen Bruch in der türkischen Geschichte? Wie rechtfertigte die nationalistische Führung die neuen, «nationalen» Grenzen, die immer noch verschiedene Minderheiten umfassten, nicht aber alle Türken?
Di, 07.12.2021, 19:30 – 20:45
RAI-G-041, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

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Di, ab 26.10.2021, 7x, 19:30 – 20:45
RAI-G-041, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich
CHF 170.00
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Termine

  • Di 26.10.2021 19:30 – 20:45 RAI-G-041
  • Di 02.11.2021 19:30 – 20:45 RAI-G-041
  • Di 09.11.2021 19:30 – 20:45 RAI-G-041
  • Di 16.11.2021 19:30 – 20:45 RAI-G-041
  • Di 23.11.2021 19:30 – 20:45 RAI-G-041
  • Di 30.11.2021 19:30 – 20:45 RAI-G-041
  • Di 07.12.2021 19:30 – 20:45 RAI-G-041
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Dr. Alexander E. Balistreri

Dr. phil., Seminar für Nahoststudien, Uni Basel

Alexander Balistreri studierte Politikwissenschaft und Türkei-Studien in Wisconsin, Princeton und Istanbul. 2017 wurde er Assistent, 2021 Oberassistent am Seminar für Nahoststudien der Universität Basel. An der Universität Princeton hat er 2021 zur modernen Geschichte des Grenzgebiets zwischen Anatolien und dem Kaukasus promoviert. In Forschung und Lehre beschäftigt er sich mit der modernen Geschichte der Türkei, des Kaukasus und des Nahen Ostens. Seine aktuellen Projekte gehen Fragen der Staatlichkeit im Nahen Osten nach, mit einem Fokus auf Grenzziehungen, kollektive Gewalt und Eigentumsverhältnisse.

Prof. Dr. Nada Boškovska

Dr. phil., Prof. Osteuropäische Geschichte, Uni Zürich

Nada Boškovska ist seit 2003 Professorin für Osteuropäische Geschichte am Historischen Seminar der Universität Zürich. Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen auf der Geschichte Russlands und des Balkans, in erster Linie Jugoslawiens. Insbesondere befasst sie sich mit Sozialgeschichte, Nationalitätenfragen, transkulturellen Beziehungen und Erinnerung und Erinnerungspolitik.

Dr. Martin Faber

Dr. phil., PD Neuere und Osteuropäische Geschichte, Uni Freiburg i.Br.

Martin Faber studierte Philosophie, Theologie, Germanistik, Geschichte und lateinische Philologie an Hochschulen in Frankfurt/Main, Rom, Münster und Freiburg im Breisgau. Er unterrichtete an der Pädagogischen Hochschule in Rzeszów/Polen und an der Adam-Mickiewicz-Universität in Posen. Heute lehrt er am Lehrstuhl für Neuere und Osteuropäische Geschichte der Universität Freiburg im Breisgau. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte Polens und die Geschichte der frühen Neuzeit.

Dr. Regina Fritz

Dr. phil., Neueste und Osteuropäische Geschichte, Uni Bern

Regina Fritz ist PostDoc-Assistentin am Historischen Institut der Universität Bern und arbeitet derzeit an ihrem Habilitationsprojekt zur Geschichte Österreichs und Ungarns in der Zwischenkriegszeit. Sie ist ausserdem externe Lektorin und Senior Research Fellow am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören die Geschichte des Nationalsozialismus, Holocaust Studies, Jüdische Geschichte, Geschichtspolitik und Erinnerungskulturen, Oral History und Musealisierung.

Dr. Jana Nosková

Dr. phil., Ethnologin, Historikerin, Tschechische Akad. d. Wiss., Brno/Brünn

Jana Nosková studierte Geschichte und Europäische Ethnologie an der Masaryk-Universität in Brno/Brünn. Seit 2004 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ethnologie der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik und lehrt an der Masaryk-Universität Brno/Brünn. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Kultur und Geschichte der deutschen in der Tschechoslowakei bzw. der Tschechischen Republik im 20. Jahrhundert sowie das Alltagsleben im Sozialismus. Sie hat sich dabei auf die Methode der Oral-History (Zeitzeugenbefragung) und die biographische Methode spezialisiert.

Prof. Dr. Julia Richers

Dr. phil., Prof. Neueste Allgemeine und Osteuropäische Geschichte, Uni Bern

Julia Richers studierte Osteuropäische Geschichte und Anglistik in Budapest und Basel und promovierte 2005 mit einer Dissertation zum jüdischen Budapest im 19. Jahrhundert. Im Rahmen ihrer Habilitation setzte sie sich mit dem Kosmos- und Raumfahrtfieber in der Sowjetunion auseinander. 2013 wurde sie Dozentin, 2015 schliesslich ordentliche Professorin für Neueste Allgemeine und Osteuropäische Geschichte an der Universität Bern. Sie ist Studienleiterin der Osteuropa-Studien Bern-Fribourg und derzeit Geschäftsführende Direktorin des Historischen Instituts der Universität Bern.

Prof. Dr. Frithjof Benjamin Schenk

Dr. phil., Prof. Osteuropäische Geschichte, Neuere Allgemeine Geschichte, Uni Basel

Frithjof Benjamin Schenk ist Professor für Osteuropäische Geschichte und Neuere Allgemeine Geschichte an der Universität Basel. Er studierte Ost- und Südosteuropäischen Geschichte in Marburg, St. Petersburg und Berlin, wo er 2002 zum Dr. phil. promoviert wurde. Nach Forschungsaufenthalte in St. Petersburg und Moskau wechselte er an die LMU München, wo er sich 2010 habilitierte. 2011 folgte der Ruf nach Basel. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Migrations- und Infrastrukturgeschichte, die vergleichende Imperiengeschichte und die Erinnerungskultur.