Kurs: 21W-0360-11 RV 

Konzept: Jonne van Galen
Symbolik – Die Sprache der Kunst (HYBRID)

Eine trauernde Mutter, ein gebrochenes Schwert, ein brennendes Haus mit sieben Flammen. Picassos «Guernica» (1937) schreit Chaos, Panik und tiefes Leid heraus. Doch wirr im Aufbau ist das Gemälde keineswegs. Die Mutter und ihr Kind sind eine direkte Repräsentation der Pietà, das Schwert symbolisiert die verheerende Wirkung des Krieges und die sieben Flammen beziehen sich möglicherweise auf die Apokalypse. Wie Picasso in «Guernica» bedienen sich Künstler seit jeher einer Vielzahl von Objekten, Symbolen und Stilmitteln, die ihren Werken eine tiefere Bedeutung verleihen. Diese Ringvorlesung zeigt verschiedene Winkel eines schier unerschöpflichen Bereichs der Kunstgeschichte, stellt Ansätze und Analysen vor und spart nicht mit Anekdoten.

06.01. Einführung in die Ikonographie (HYBRID)
Prof. Dr. Sabine Poeschel

Die moderne Ikonographie benennt das Thema eines Kunstwerkes und identifiziert seinen Gegenstand, nicht seine Form und auch nicht seine Qualität, selbst wenn diese entscheidend für den Kunstcharakter sind. Das Thema des Kunstwerkes ist schliesslich untrennbar mit seiner Gestalt verbunden und Form sowie Inhalt tragen die Bedeutung von Kunstwerken bis in die Gegenwart. Auf diesem Weg werden die religiösen, mythologischen und symbolischen Inhalte bildlicher Darstellungen erfasst, die Bilder verbindlich erkennbar gemacht. Es gibt jedoch auch Grenzen.

Do, 06.01.2022, 19:30 – 20:45
SOC-1-106, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

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Hinweis

Sie entscheiden spontan, ob Sie dieses Referat zu Hause oder vor Ort im Hörsaal verfolgen wollen. Nach der Buchung erhalten Sie den Kursausweis und damit das Eintrittsticket für die Uni. Zwei Stunden vor Vortragsbeginn erhalten Sie automatisch auch den Zoom-Link per Mail zugesandt und können sich so online zuschalten.


13.01. Wie Bilder Geschichten erzählen (HYBRID)
Symbolik im Mittelalter
Dr. des. Saskia Quené

Umfangreiche Freskenzyklen, überdimensionierte Flügelaltäre und reich illustrierte Manuskripte: Insbesondere im Mittelalter konnten Bilder komplexe Geschichten erzählen. Die Vorlesung stellt unterschiedliche Strategien bildlicher Narration vor und fragt nicht nur, wie Bilder Geschichten erzählen, sondern auch, wie wir diese Geschichten heute neu erfahren und interpretieren können.

Do, 13.01.2022, 19:30 – 20:45
SOC-1-106, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

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20.01. Die Lesbarkeit der Welt und die Rätsel der Bilder (HYBRID)
Symbolik der Renaissance
Prof. em. Dr. Bernd Roeck

Der Vortrag führt in die geheimnisvolle Welt der Renaissance-Symbolik ein. Viele Maler und Bildhauer betrieben gleich Dichtern der Epoche mit den Bedeutungen von Objekten oder Gesten ein virtuoses Spiel, das schon die Zeitgenossen faszinierte und die Kunstgeschichte bis heute beschäftigt: Warum lächelt Mona Lisa? Welche Geschichte erzählt Botticellis «Frühling»? Und was signalisiert der Blitz auf Giorgiones «Gewitter»? Berühmte Kunstwerke können uns in eine fremd gewordene Art zu denken und Dinge miteinander zu verknüpfen führen.

Do, 20.01.2022, 19:30 – 20:45
SOC-1-106, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

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27.01. Stille und Leben (HYBRID)
Die Malerei des niederländischen «Goldenen Zeitalters»
Prof. Dr. Joris van Gastel

Lange Zeit haben Kunsthistoriker*innen die niederländische Malerei des 17. Jh. – insbesondere die Stilllebenmalerei – mit einer Vielzahl symbolischer Bedeutungen verbunden. In den letzten Jahrzehnten wurden solche Lesarten vermehrt in Frage gestellt. Dabei bleibt allerdings offen, was uns diese Werke überhaupt zu sagen haben. Sind sie wirklich nur eine Zurschaustellung von Wohlstand, ein stolzer Abglanz einer kapitalistischen Erfolgsgeschichte? Ausgehend von der Gattung des Stilllebens soll die Vorlesung darlegen, auf welche Weise der niederländischen Malerei ein neuer Sinn zu verleihen ist.

Do, 27.01.2022, 19:30 – 20:45
SOC-1-106, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

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03.02. Der Klassizismus um 1800 (HYBRID)
Ikonographie in Zeiten des politisch-gesellschaftlichen Umbruchs
Dr. Eveline G. Bouwers

Mit seinen Gemälden begleitete Jacques-Louis David den Ausbruch und die Radikalisierung der Französischen Revolution; später stellte er seine Kunst in den Dienst der Herrschaftsansprüche Napoleons. Sein gewählter Stil, der Klassizismus, galt um 1800 international als bevorzugtes Instrument zur Repräsentation politischer Macht. Der Vortrag beleuchtet Beispiele klassizistischer Gemälde, Skulpturen und Gebäuden, die in Europa während des revolutionären Zeitalters geschaffen wurden, und erörtert ihre Instrumentalisierung durch Akteure unterschiedlicher ideologischen Färbung und nationaler Herkunft.

Do, 03.02.2022, 19:30 – 20:45
SOC-1-106, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

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10.02. Neue Narrative in klassischer Moderne und Gegenwartskunst (HYBRID)
Andreas Jahn

Wir kennen alle die Erfahrung, dass uns ein Bild anspricht oder gar nichts sagt. Das ist eine Geschmacksfrage. Eine ganz andere Perspektive bietet sich, wenn wir über individuelle Anliegen hinausschauen. Wenn man bereit ist, die eigene Wahrnehmung auf Farben und Formen in Beschreibungen zu übersetzen, können viele Bild- und Sinnebenen deutbar gemacht werden. Der Kurs bietet Ihnen eine Übersicht in die kunstgeschichtlichen Methoden der faktischen, moralischen, allegorischen, anagogischen und konzeptuellen Lesarten. Anhand ausgewählter Meisterwerke von u.A. Louise Bourgeois, Sonia Delaunay, Paul Klee, Anselm Kiefer, Andy Warhol und Cy Twombly erfahren Sie, wie viele Einsichten (in Material, Geschichte, Kultur etc.) eine Ansicht und Bildbetrachtung bieten kann. Die Bildsprache ist auch eine Kunst der Übersetzung, lassen Sie sich überraschen!

Do, 10.02.2022, 19:30 – 20:45
SOC-1-106, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

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Do, ab 06.01.2022, 6x, 19:30 – 20:45
SOC-1-106, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich
CHF 150.00
Hinweis

Sie entscheiden spontan, ob Sie die Referate zu Hause oder vor Ort im Hörsaal verfolgen wollen. Nach der Buchung erhalten Sie den Kursausweis und damit das Eintrittsticket für die Uni. Zwei Stunden vor Vortragsbeginn erhalten Sie automatisch auch den Zoom-Link per Mail zugesandt und können sich so online zuschalten. Einzelkarten à Fr. 30.- sind jeweils ab 19:00 auch an der Abendkasse erhältlich.


Termine

  • Do 06.01.2022 19:30 – 20:45 SOC-1-106
  • Do 13.01.2022 19:30 – 20:45 SOC-1-106
  • Do 20.01.2022 19:30 – 20:45 SOC-1-106
  • Do 27.01.2022 19:30 – 20:45 SOC-1-106
  • Do 03.02.2022 19:30 – 20:45 SOC-1-106
  • Do 10.02.2022 19:30 – 20:45 SOC-1-106
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Dr. Eveline G. Bouwers

Dr., Historikerin

Eveline Bouwers ist Historikerin und forscht zur vergleichenden Geschichte Europas im 19. Jahrhundert. Ihr Interesse gilt einerseits die Gedächtnis- und Denkmalkulturen der Revolutions- und napoleonischen Zeit, anderseits Gewalt- und Protestformen, die sich in Zuge religiös-weltanschaulicher Konflikte manifestierten. Sie hat am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz promoviert und arbeitet derzeit am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Mainz.

Andreas Jahn

lic. phil. I, Germanist und Kunstvermittler

Andreas Jahn liebt das Verhältnis von Wort und Bild. Während seines Studiums der Deutschen Philologie insbesondere an der Universität Basel pflegte er den interdisziplinären Austausch mit den Kunsthistoriker*innen. Heute ist er mit einer Pfarrerin verheiratet und arbeitet an wichtigen Kulturinstitutionen in Bern, Basel und Zürich. In Kooperation mit erlesenen Reiseagenturen bietet er auch Studienreisen zu Malerei, Literatur und Architektur an ganz nach dem Motto Goethes: «Das Vielfache, was er an sich ausgebildet hat, zu anderer Nutzen täglich und stündlich zu gebrauchen, ist ganz allein sein Vergnügen, ja seine Leidenschaft.»

Prof. Dr. Sabine Poeschel

Prof. Dr., Kunsthistorikerin

Studium der Kunstgeschichte, Publizistik und Romanistik. Nach der Promotion Stipendiatin an der Bibliotheca Hertziana (Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte) in Rom. Seit 1990 am Institut für Kunstgeschichte der Universität Stuttgart. Schwerpunkt der wissenschaftlichen Arbeit sind die Bildkünste der Neuzeit. Autor «Handbuch der Ikonographie», 2016.

Dr. des. Saskia Quené

Dr. des., Abteilung für Ältere Kunstgeschichte, Universität Bern

Saskia C. Quené studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Musikwissenschaft in Amsterdam, Berlin und Basel und ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bern. Sie promovierte mit ihrer Arbeit «Goldgrund und Perspektive. Fra Angelico im Glanz des Quattrocento» und interessiert sich besonders für interdisziplinäre Themen an der Schnittstelle zwischen historischer Forschung und aktuellen Fragen der Wahrnehmung.

Prof. em. Dr. Bernd Roeck

Dr. phil., em. Prof. Allgemeine und Schweizer Geschichte der Neuzeit, Uni Zürich

Bernd Roeck war bis zu seiner Emeritierung (2019) Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Zürich. Zuvor leitete er u. a. das Deutsche Studienzentrum in Venedig und das «Zentrum für europäische Exzellenz» Villa Vigoni in Loveno di Menaggio am Comer See. Er verfasste zahlreiche, in mehrere Sprachen übersetzte Bücher zur Kunst und Kultur der Frühen Neuzeit. Seine neueste Publikationen sind «Der Morgen der Welt. Geschichte der Renaissance» und «Leonardo. Der Mann, der alles wissen wollte».

Prof. Dr. Joris van Gastel

Prof. Dr., Kunsthistoriker, Universität Zürich

Joris van Gastel ist Assistenzprofessor für Kunstgeschichte der Neuzeit an der Universität Zürich. Er studierte Psychologie und Kunstgeschichte an der Vrije Universiteit Amsterdam sowie an der Università Ca’ Foscari in Venedig und schrieb seine Dissertation an der Universiteit Leiden. Anschliessend war er als Forscher an verschiedenen Institutionen in Italien, Deutschland, Grossbritannien und den Vereinigten Staaten tätig, wobei er sich besonders auf die Kunst des frühmodernen Europas und Lateinamerikas konzentriert hat.