Kurs: 21W-0360-60

Stephan Sievers
Sophisticated!

Englische Malerei des 19. Jhs.

Die Klassiker Thomas Gainsborough und Joshua Reynolds, das koloristische Genie William Turners, die kapriziöse Feinmalerei der Pre-Raffaeliten um Dante Gabriel Rossetti und Edward Burne-Jones, der geistvoll umnachtete Richard Dadd mit seinem grandiosen «Fairy Feller’s Master Stroke» sowie «the English Impressionist» Alfred Sisley und der Zürcher Heinrich Füssli: Wer wollte sagen, dass der englischen Malerei des 19. Jahrhunderts in ihrer Verschlungenheit mit den Lichtgestalten der Literatur um Shakespeare, Byron und die Brontës nicht ein besonderer Rang innerhalb der europäischen Kunstgeschichte gebührte? Durch eingehende Bildbetrachtungen wollen wir herausfinden, ob der englischen Kunst jener Zeit etwas zutiefst Eigenes innewohnt, etwas, das mit dem typisch britischen Begriff sophisticated in der Bedeutung von «kultiviert, geistreich, intellektuell» zwar erfasst wird, das darüber hinaus aber noch genau jene ästhetische Unerklärbarkeit zu liefern vermag, die wirklich grosse Kunst ausmacht.

08.08. - 14.08. Studienreise: London – Die grossen Kunstmuseen
Stephan Sievers

Londons Museen geniessen zu Recht – Weltruf: Was im British Museum, in der National Gallery und den Tate-Filialen an grosser Kunst der Menschheit aus fast 5000 Jahren präsentiert wird, zeugt von allerhöchstem und kundigem Respekt der Museumsmacher gegenüber den Exponaten und ihren Schöpfern. Und so können wir uns über Tage auf einen fast schwindelerregenden Parcours wagen, von kleinasiatischen Tempeln über angelsächsische Goldschmiedekunst bis hin zu Meisterwerken der italienischen Renaissance um Michelangelo und Caravaggio. Im Blick bleibt dabei stets der britische Beitrag zur Weltkunst und die Frage, ob wirklich irgend ein Bildwerk Richard Dadds grandios-groteskes Shakespeare-Puzzle um «The Fairy Feller’s Master Stroke» zu übertreffen vermag.

8. – 14. August 2022
Hinweis Detailprogramm und Anmeldung unter www.rhzreisen.ch, T 056 221 68 00, info@rhzreisen.ch

Mo 7.2. und Di 8.2., 2x, 19:30 – 21:00
Hörsaalangabe beim Haupteingang, Universität Zürich-Zentrum, Rämistr. 71, 8006 Zürich
CHF 60.00

Stephan Sievers

M.A., Kunsthistoriker

Der Kunsthistoriker und Bildkünstler Stephan Sievers geht in seinen Betrachtungen und Analysen kunsthistorischer Phänomene methodisch stets vom eigenen Schaffen am Bild aus: Fragen und Rätsel um Komposition, Perspektive, Raum versus Fläche und die Rolle des Bildinhaltes evozieren den eigentlichen «Willen zum Werk» eines jeden leidenschaftlichen Künstlers von Praxiteles bis Nam June Paik. Oder wie der Romantiker Wilhelm Wackenroder es formulierte: «Die Kunst ist nicht (nur) dafür da, sie anzuschauen, sondern um darauf zuzugehen, um darin zu leben und zu atmen.» Genau dort beginnt unser dialogisches Abenteuer zur Kunst, denn «alles andere ist alles andere.» (Ad Reinhard)