Kurs: 21W-0350-11 RV 

Konzept: David Luginbühl
Söldner für Europas Fürsten (HYBRID)

Das Militärunternehmertum und die alte Eidgenossenschaft
Schweizer Söldner waren auf den frühneuzeitlichen Schlachtfeldern omnipräsent. Das Militärunternehmertum war die Basis für die herausragende Stellung bestens vernetzter Familiendynastien in den eidgenössischen Orten. Welche Rolle spielten Fremde Dienste, Pensionen und Kapitulationen für die Entwicklung der eidgenössischen Staaten und deren Aussenbeziehungen? Wer trat aus welchen Gründen in Fremde Dienste ein? Gab es andere Regionen, in denen das Söldnerwesen eine derart hohe Bedeutung aufwies? Einblicke in ein Schlüsselgeschäft zum Verständnis der alten Eidgenossenschaft und deren Stellung in Europa.
11.01. Der Solddienst. Ein Grundstein der Allianzpolitik der eidgenössischen Orte (HYBRID)
Prof. Dr. André Holenstein
Im Spannungsfeld zwischen den benachbarten Mächten wuchsen die eidgenössischen Orte im 15. Jahrhundert in eine strategische Rolle hinein. Sie wurden unumgängliche Partner: als sicherheitspolitischer Puffer, als Söldnermarkt, als Durchmarschgebiet für die Verschiebung von Truppen zwischen Italien und Nordwesteuropa, als Umschlagplatz für den Zwischenhandel mit Kriegsmaterial und die Versorgung der Armeen der kriegführenden Mächte sowie als Tummelfeld der Diplomatie. Umso mehr wollten die Mächte die Orte mit Allianzen möglichst exklusiv an sich binden und sie für ihre jeweiligen Interessen einspannen.
Di, 11.01.2022, 19:30 – 20:45
Hörsaalangabe beim Haupteingang, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

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Hinweis Sie entscheiden spontan, ob Sie dieses Referat zu Hause oder vor Ort im Hörsaal verfolgen wollen. Nach der Buchung erhalten Sie den Kursausweis und damit das Eintrittsticket für die Uni. Zwei Stunden vor Vortragsbeginn erhalten Sie automatisch auch den Zoom-Link per Mail zugesandt und können sich so online zuschalten.
18.01. Gelegenheit macht Söldner: Kriegsdienst als Beruf und Ausweg im Spätmittelalter (HYBRID)
Prof. Dr. Regula Schmid Keeling
Wer waren die Männer – und gelegentlich Frauen –, die gegen Geld in den Krieg zogen? Was waren ihre Beweggründe, wie organisierten sie sich und mit welchem Ziel zogen sie aus? Und wie gestaltete sich das Verhältnis von Kriegs- und Zivilleben? Die Vorlesung fragt nach der Herkunft und den Lebenssituationen von Personen aus der spätmittelalterlichen Eidgenossenschaft und ihrem Umfeld, die den Krieg im Dienst von Fürsten, Städten und Adligen vorübergehend oder permanent zum Beruf machten.
Di, 18.01.2022, 19:30 – 20:45
Hörsaalangabe beim Haupteingang, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

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25.01. Vorläufer und Konkurrenten. Schweizer Adlige im Fürstendienst (HYBRID)
Peter Niederhäuser
Das Selbstverständnis des Adels definierte sich massgeblich über Waffen und Kriegsdienst. Ritterheere spielten im Mittelalter eine wichtige Rolle. Was anfänglich auf dem Lehenswesen beruhte, verwandelte sich gegen Ende des Mittelalters in einen Solddienst, der mit Risiken, aber auch mit Gewinnmöglichkeiten verbunden war. Zahlreiche Schweizer Adlige verpflichteten sich ab dem 14. Jh. bei Fürsten wie den Habsburgern oder den Wittelsbachern, um auf Europas Schlachtfeldern zu kämpfen. Was bedeutete dieses Engagement für den adligen Alltag? Welches Gewicht hatte der Solddienst für den Schweizer Adel?
Di, 25.01.2022, 19:30 – 20:45
Hörsaalangabe beim Haupteingang, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

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01.02. Söldnerhandel als erbliches Verwandtschaftsunternehmen (HYBRID)
Mehr als nur eine Geschichte von Vätern und Söhnen
Dr. Nathalie Büsser
Der Handel mit Söldnern hat die Geschichte der Schweiz geprägt. Er wirkte staatsbildend, band die lokalen Eliten an die europäischen Fürstenhöfe und sorgte für den Zustrom enormer Gelder (Pensionen) in die Orte und Taschen der Häupterfamilien. Diese Geschichte ist aber nicht nur die Geschichte «grosser» Männer und aufeinander folgender Familienoberhäupter. Sie ist komplizierter und konfliktanfälliger. Denn Ehefrauen und Schwestern waren als Werberinnen, Mitbesitzerinnen und Kapitalgeberinnen am Geschäft beteiligt. Und jüngere Brüder und Schwäger bewirtschafteten die Kompanien des Erstgeborenen.
Di, 01.02.2022, 19:30 – 20:45
Hörsaalangabe beim Haupteingang, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

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08.02. Leibwächter der Mächtigen Europas (HYBRID)
Die Gardekompanien der Pfyffer, Tschudi und von Salis
Dr. Philippe Rogger
Als Offiziere in fremden Diensten knüpften eidgenössische Eliten Kontakte zu den Machtzentren Europas und erwarben das Vertrauen der Herrscher. Abkömmlinge eidgenössischer Militärunternehmerfamilien befehligten als Gardekommandanten einen kleinen Kreis ausgesuchter Elitesoldaten, die für die persönliche Sicherheit der Dynasten und ihrer Familien sorgten. Am Beispiel der Pfyffer aus Luzern, Tschudi aus Glarus und von Salis aus Graubünden skizziert das Referat die mit dem Gardedienst verbundenen militärunternehmerischen Herausforderungen und Chancen.
Di, 08.02.2022, 19:30 – 20:45
Hörsaalangabe beim Haupteingang, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

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15.02. Die eidgenössische Söldnertradition im europäischen Vergleich (HYBRID)
Prof. Dr. Horst Carl
Die eidgenössischen Söldner waren auf den frühneuzeitlichen Kriegsschauplätzen Europas zwar die prominentesten Vertreter dieses Berufsstandes – aber sie waren keineswegs die Einzigen. Die Söldnerheere rekrutierten sich in beträchtlichem Masse aus Söldnergruppen, die geographisch oder ethnisch verortet wurden und – wie die oberdeutschen Landsknechte – direkte Konkurrenten der Eidgenossen waren. Die Spezifik der eidgenössischen Söldnertradition wird erst im Vergleich mit anderen europäischen Gruppierungen und Kontinuitäten deutlich.
Di, 15.02.2022, 19:30 – 20:45
Hörsaalangabe beim Haupteingang, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

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Di, ab 11.01.2022, 6x, 19:30 – 20:45
Hörsaalangabe beim Haupteingang, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich
CHF 150.00
Hinweis Sie entscheiden spontan, ob Sie die Referate zu Hause oder vor Ort im Hörsaal verfolgen wollen. Nach der Buchung erhalten Sie den Kursausweis und damit das Eintrittsticket für die Uni. Zwei Stunden vor Vortragsbeginn erhalten Sie automatisch auch den Zoom-Link per Mail zugesandt und können sich so online zuschalten. Einzelkarten à Fr. 30.- sind jeweils ab 19:00 auch an der Abendkasse erhältlich.

Termine

  • Di 11.01.2022 19:30 – 20:45 Hörsaalangabe beim Haupteingang
  • Di 18.01.2022 19:30 – 20:45 Hörsaalangabe beim Haupteingang
  • Di 25.01.2022 19:30 – 20:45 Hörsaalangabe beim Haupteingang
  • Di 01.02.2022 19:30 – 20:45 Hörsaalangabe beim Haupteingang
  • Di 08.02.2022 19:30 – 20:45 Hörsaalangabe beim Haupteingang
  • Di 15.02.2022 19:30 – 20:45 Hörsaalangabe beim Haupteingang
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Dr. Nathalie Büsser

Dr. phil., Kuratorin, Wiss. Mitarbeiterin, Uni Zürich

Nathalie Büsser studierte an der Universität Zürich Allgemeine Geschichte und promovierte mit einer Arbeit über Aristokratisierungsprozesse in der Alten Eidgenossenschaft (15.–18. Jh.). Zu Ihren weiteren Forschungsschwerpunkten gehören die Geschichte des Soldwesens, die Wirtschafts- und Sozialgeschichte der vormodernen Schweiz, soziale Beziehungen, Geschlechtergeschichte, ländliche Gesellschaften und Alpwirtschaft. Sie ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin am Historischen Seminar der Universität Zürich, Kuratorin am Appenzeller Volkskundemuseum Stein und freischaffende Historikerin.

Prof. Dr. Horst Carl

Dr. phil., Prof. für Neuere Geschichte (Frühe Neuzeit), Uni Giessen

Horst Carl, geboren 1959 in Aachen, ist Professor für Neuere Geschichte (Frühe Neuzeit) an der Justus-Liebig-Universität Giessen. Nach seinem Studium der Geschichte, Philosophie und Germanistik promovierte er 1989 an der Universität Tübingen, wo er 1998 auch habilitiert wurde. 2001 folgte die Berufung auf die Professur in Giessen. Horst Carl forscht unter anderem zu genossenschaftlichen Organisationsformen, zur Selbstbehauptung des Adels in Übergangsepochen und zu Gewaltgemeinschaften und Gewaltkulturen in der Frühen Neuzeit.

Prof. Dr. André Holenstein

Dr. phil., Prof. Ältere Schweizer Geschichte, Uni Bern

André Holenstein, Jahrgang 1959, Professor für ältere Schweizer Geschichte an der Universität Bern, Vorstand Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW), Museumsrat des Schweizer Nationalmuseums. Seine letzten Publikationen sind: «Mitten in Europa. Verflechtung und Abgrenzung in der Schweizer Geschichte»; «Schweizer Migrationsgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart» (mit Patrick Kury und Kristina Schulz); «Die Souveränität der Schweiz in Europa» (mit Thomas Cottier).

Peter Niederhäuser

lic. phil., Historiker

Peter Niederhäuser ist freischaffender Historiker und lebt in Winterthur. Sein Interesse gilt der Geschichtsvermittlung in breitestem Sinn. Im Vordergrund stehen Publikationen und Vorträge zur Geschichte der Ostschweiz, wobei er sich mit Vorliebe mit dem Adel und der Klosterwelt beschäftigt. Daneben ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Ausstellungsprojekten, bietet Reisen und Führungen an und schreibt regelmässig für Zeitungen.

Dr. Philippe Rogger

Dr. phil., Oberassistent, Historisches Institut Uni Bern

Philippe Rogger ist Oberassistent am Historischen Institut der Universität Bern und Mitarbeiter im SNF-Projekt Militärunternehmertum und Verflechtung. Er arbeitet derzeit an einem Buch zum eidgenössischen Militärunternehmertum in der frühen Neuzeit. 2019 erschien von ihm und Regula Schmid bei Ferdinand Schöningh «Miliz oder Söldner? Wehrpflicht und Solddienst in Stadt, Republik und Fürstenstaat, 13.-18. Jahrhundert».

Prof. Dr. Regula Schmid Keeling

Dr. phil., Prof. Geschichte des Mittelalters, Uni Bern

Regula Schmid Keeling studierte Geschichte, französische Sprache und Literatur sowie Archäologie an den Universitäten Zürich und Lausanne. Nach Assistenz und Lehrtätigkeit an der Universität und der PH Zürich war sie Post-Doc am MPI Göttingen und an der UC Berkeley. 2008 wurde sie SNF Förderprofessorin an der Universität Fribourg, seit 2013 lehrt und forscht sie an der Universität Bern. Ihre Forschungsschwerpunkte sind das spätmittelalterliche Kriegswesen, die städtischen politischen Kulturen sowie die Geschichte der Geschichtsschreibung. Sie leitet das SNF-Projekt «Martial Cultures in Late Medieval Towns» (2018-2022): https://www.martial-culture.unibe.ch. Blog: https://martcult.hypotheses.org.