Kurs: 22S-0310-01 RV 

Konzept: Robert Schikowski
Politische Werte im Wandel (hybrid)
Die Welt wird multipolarer, und das nicht nur im Hinblick auf staatliche und wirtschaftliche Handlungsmacht. Auch politische Wertegebäude stehen zunehmend (wieder) im Verhältnis von «Systemrivalen», etwa bei Fragen zur freien Meinungsäusserung, zur Beziehung von Staat und Individuum oder zum Wert des Lebens. Was passiert in dieser rasch ändernden Landschaft mit traditionellen politischen Wertsystemen – und welche neuen drängen in den Vordergrund? Ist ein Universalismus politischer Werte noch zu halten?
15.09. Konservativismus in Europa (hybrid)
Alte und neue Gesichter
Dr. Martin Beckstein
Konservativismus hat viele Facetten. Über weite Strecken der europäischen Geschichte zeigte er vor allem solche, die immer schlechter zu den aktuellen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen passten. In einer zunehmend demokratischen, liberalen und innovationsaffinen Welt musste Konservativismus wie ein Relikt wirken. Kein Wunder, dass er oft totgesagt wurde. Doch gerade, weil so viele Neuerungen umgesetzt wurden, hat der politische Gestaltungsdrang mittlerweile spürbar nachgelassen. Dem Konservativismus verschafft das eine unverhoffte Gelegenheit, andere Gesichter zu zeigen, die besser zu den heutigen gesellschaftlichen und politischen Realitäten passen.
Do, 15.09.2022, 19:30 – 20:45
RAI-H-041, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

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Hinweis Sie entscheiden spontan, ob Sie dieses Referat zu Hause oder vor Ort im Hörsaal verfolgen wollen. Nach der Buchung erhalten Sie den Kursausweis und damit das Eintrittsticket für die Uni. Einen halben Tag vor Vortragsbeginn erhalten Sie automatisch auch den Zoom-Link per Mail zugesandt und können sich so online zuschalten.
22.09. Politischer Illiberalismus (hybrid)
Ein Werteparadigma auf dem Vormarsch?
Prof. Dr. Wolfgang Merkel

Das «Ende der Geschichte» und der mit ihm angekündigte Siegeszug des «politischen Liberalismus» hat sich nicht bewahrheitet. Nach der langen Demokratisierungswelle im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts stagnierte die Demokratisierung im ersten Jahrzehnt nach der Jahrtausendwende, um im zweiten Jahrzehnt sichtbar Terrain gegenüber Autoritarismus und Illiberalismus zu verlieren. Dies nicht nur weltweit, sondern auch in den etablierten Demokratien des Westens.

Wovon reden wir eigentlich, wenn wir vom Illiberalismus reden? Gibt es ihn in einer rechten (Rechtspopulismus) und linken (Ökoautoritarismus) und paradoxerweise gar in einer liberalen Version (wehrhafte Demokratie)? Muss Demokratie eigentlich stets liberal sein? Die 20er-Jahre des 20. Jahrhundert erlebten die Attacke der «konservativen Revolution» - werden wir jetzt, 100 Jahre danach, erneut in den 20er-Jahren Zeugen einer «illiberalen Revolte»?

Do, 22.09.2022, 19:30 – 20:45
KOL-H-312, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

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29.09. Westliches Wissen, chinesische Werte (hybrid)
Wertewandel als Teil von Chinas Modernisierungsprozess
Prof. Dr. Thomas Heberer

Als Ende der 1970er Jahre in China ein tiefgreifendes Reformprogramm in Angriff genommen wurde, formulierte Deng Xiaoping die Leitlinie «Lasst einige zuerst reich werden». Drei Jahrzehnte später setzte Kritik an einem «moralischen Verfall der Gesellschaft» ein. Neue Werte sollten nunmehr von oben durchgesetzt werden, eine Aufgabe, die die gesamte chinesische Geschichte über eine Kernaufgabe des Staates war. 2017 wiederum wurde ein Fahrplan zur Realisierung umfassender Modernisierung bis 2050 erstellt. Zugleich bemüht sich der «Moralstaat» mit Hilfe eines Werteprogramms das Verhalten der Menschen an die Moderne anzupassen.

Do, 29.09.2022, 19:30 – 21:00
KOL-H-312, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

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06.10. Eine Welt, viele Werte (hybrid)
Die Zukunft des politischen Werteuniversalismus
Prof. Dr. Gisela Riescher

Unsere Welt lebt von Wertepluralismus und Wertewandel. Und doch benötigt sie über die partikulären und veränderlichen Wertvorstellungen ihrer Teilgesellschaften hinaus eine gemeinsame Wertebasis, über die sich alle Menschen einig sind. Dazu gehören in den politischen wie politikwissenschaftlichen Diskussionen beispielsweise die Würde des Menschen, Sicherheit und Frieden oder auch gemeinsame Grundvorstellungen von Freiheit und Gerechtigkeit. Wie wird sich die allgemeine Anerkennung solcher Wertfundamente in unserer zunehmend globalisierten Welt entwickeln?

Do, 06.10.2022, 19:30 – 20:45
KOL-H-312, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

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Do, ab 15.09.2022, 4x, 19:30 – 20:45
RAI-H-041, KOL-H-312, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich
CHF 105.00
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Termine

  • Do 15.09.2022 19:30 – 20:45 RAI-H-041
  • Do 22.09.2022 19:30 – 20:45 KOL-H-312
  • Do 29.09.2022 19:30 – 21:00 KOL-H-312
  • Do 06.10.2022 19:30 – 20:45 KOL-H-312
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Dr. Martin Beckstein

PD Dr. rer. publ., Politikwissenschaftler

Martin Beckstein wurde an der St. Gallen promoviert und Zürich habilitiert, wo er aktuell als Oberassistent für Politische Philosophie tätig ist. Forschungsaufenthalte führten ihn u.a. nach Oxford, Princeton und New York. Sein Spezialisierungsgebiet ist die Politische Theorie und Politische Ideengeschichte. Eines seiner grossen Forschungsinteressen bezieht sich auf die Herausforderung und unterschiedlichen Möglichkeiten, Politik und politische Kommunikationen zu verstehen (Hermeneutik, Interpretation). Ein zweiter Schwerpunkt betrifft den Konservativismus. Wann und warum sollten wir am Bestehenden festhalten wollen? Und wie ist das in einer sich so rasant verändernden Welt überhaupt möglich?

Prof. Dr. Thomas Heberer

Dr. rer. pol., Seniorprof. für Politik und Gesellschaft Chinas, Uni Duisburg-Essen

Thomas Heberer ist Seniorprofessor für Politik und Gesellschaft Chinas an der Universität Duisburg-Essen und beschäftigt sich seit über 50 Jahren mit China. Er studierte Ethnologie, Politikwissenschaft, Philosophie und Sinologie an den Universitäten Frankfurt/M., Göttingen, Mainz und Heidelberg, und wurde 1977 an der Universität Bremen promoviert. Bereits in den 1970er und frühen 1980er Jahren war er als Lektor und Übersetzer bei einem chinesischen Verlag in Peking tätig und danach auf nahezu jährlicher Basis immer wieder auf Feldforschung in unterschiedlichen Teilen Chinas unterwegs, wo er Zeuge des ungeheuren Wandlungsprozesses wurde. Er ist Autor, Koautor und Herausgeber von über 60 Buchpublikationen und Hunderten von wissenschaftlichen Aufsätzen in deutscher, englischer und chinesischer Sprache. In jüngster Zeit forscht er vergleichend über «Zivilisierungsprozesse» in Europa und China im Zuge von Modernisierung und über den Wandel des chinesischen Wertesystems.

Prof. Dr. Wolfgang Merkel

Dr. phil., Prof. Politikwissenschaft, HU Berlin

Wolfgang Merkel ist Professor für Politikwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sein Forschungsinteresse gilt politischen Systemen und deren Transformation und Reform. In den letzten Jahren beschäftigte er sich insbesondere mit Herausforderungen an die Demokratie. Im Lauf seiner wissenschaftlichen Karriere hatte er ausser seiner aktuellen Position Professuren an den Universitäten Mainz und Heidelberg inne und leitete die Abteilung «Demokratie: Strukturen, Leistungsprofil und Herausforderungen» am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Neben zahlreichen fachlichen Veröffentlichungen meldete er sich immer wieder auch in öffentlichen Debatten zu Wort und engagierte sich als politischer Berater.

Prof. Dr. Gisela Riescher

Dr. phil., Prof. Politische Philosophie, Uni Freiburg i. Br.

Gisela Rischer ist Professorin für Politische Philosophie, Theorie und Ideengeschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Ihr Forschungsfeld ist die politische Theorie, in deren Rahmen Sie sich mit Begriffen wie Nation, Freiheit oder Resilienz, aber auch mit politischen Strukturen wie Parlamenten und deren Kammern beschäftigt hat. Sie studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und promovierte und habilitierte an der Universität Augsburg. Neben ihrer Tätigkeit in Forschung und Lehre engagiert sie sich stark in der wissenschaftlichen Selbstverwaltung (zuletzt etwa als Prorektorin für Redlichkeit in der Wissenschaft, Gleichstellung und Vielfalt der Universität Freiburg) sowie in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens.