Kurs: 22S-0360-11 RV 

Konzept: Jonne van Galen
Piet Mondrian: auf der Suche nach dem Wesen der Kunst (hybrid)

Er war einer der bedeutendsten Künstler des Abstrakten. Piet Mondrian versuchte nichts weniger als das Wesen der Kunst und damit auch der Welt zu erfassen. Er fand universelle Harmonie und Schönheit in einem ausgeklügelten Zusammenspiel von Primärfarben, geraden Linien und übersichtlichen Flächen. Mit seinen scheinbar einfachen und minimalistischen Kompositionen hat er die figürliche Kunst radikal hinter sich gelassen – doch natürliche Inspiration und rhythmische Frivolität sind tiefer in Mondrians Kunsttheorie verankert, als man auf den ersten Blick meint. In seinem 150. Geburtsjahr fragen wir mit Mondrian nach dem Wesen der Kunst.

15.09. Die Geburt der Abstraktion aus dem Geiste des Esoterischen (hybrid)
Prof. Alois M. Müller

Piet Mondrian entstammt einer protestantisch-fundamentalistischen Familie. Er begegnet 1908 Rudolf Steiner; 1909 verlässt er die Gemeinde und tritt der «Theosophischen Gesellschaft» bei. Dies führt zu einer ersten Wende in seiner Malerei (1908 – 1911). Danach folgt die künstlerische Weiterentwicklung in Paris, und die Auseinandersetzung mit einer «gestaltenden Mathematik» als «positive Mystik» von M. Schoenmaekers. Mit diesen Ingredienzien begründet er wort- und bildreich die «Neue Gestaltung»: diese Kunst soll Ausdruck eines neuen – neoplastizistischen – harmonischen Welt- und Menschenbildes sein. Wir zeichnen den buchstäblich «geradlinigen» und «grundfarbigen» Weg Mondrians ins geometrische Paradies nach.

Do, 15.09.2022, 19:30 – 20:45
RAI-G-041, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

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Hinweis

Sie entscheiden spontan, ob Sie dieses Referat zu Hause oder vor Ort im Hörsaal verfolgen wollen.


22.09. Abstrakt, monumental, konkret? Mondrians Neoplastizismus und De Stijl (hybrid)
Dr. Andreas Münch

Während des 1. Weltkriegs kehrte Piet Mondrian in die Niederlande zurück und wurde Mitglied der Avantgardegruppierung «De Stijl», die sich v.a. aus Malern und Architekten zusammensetzte. In diesen Jahren entwickelte er die abstrakten Bildkompositionen auf orthogonaler Basis, für die seine Malerei bis heute berühmt ist. Worauf bezog sich diese Bildgestaltung, wie wurde sie dem Publikum erklärt und wie können wir die Bilder heute lesen? Wir verfolgen die Fragen anhand einiger exemplarischer Werke Mondrians und dem Kontext von «De Stijl».

Do, 22.09.2022, 19:30 – 20:45
KOL-F-101, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

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29.09. Basler Orange (hybrid)
Über die Farbe in der Malerei Piet Mondrians
Prof. Dr. Susanne Deicher
Mondrian gilt gewöhnlich als der «Rot, Gelb, Blau»-Maler. Doch hat er zahlreiche Werke geschaffen – darunter auch die im Kunstmuseum Basel befindliche abstrakte «Komposition 21» mit einem orangefarbenen Rechteck – die von dieser Konzeption abweichen. Der Vortrag sucht Zugänge zu Piet Mondrian als Kolorist unter Einbeziehung der figurativen Arbeiten und der Landschaftsmalerei des frühen Werks.
Do, 29.09.2022, 19:30 – 20:45
SOD-1-102, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

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06.10. Who's afraid of Red, Yellow and Blue: Mondrians Erbe (hybrid)
Beat Wismer
Als Piet Mondrian 1940 in New York ankommt, wird er mit höchstem Respekt begrüsst. Seine formal und farblich reduzierten Werke der vorangegangenen zwei Jahrzehnte gelten als ikonische Realisierungen einer puristischen Moderne. Gut zwanzig Jahre nach Mondrians Tod wendet sich Barnett Newman mit der Reihe seiner riesigen Bilder «Who’s Afraid of Red, Yellow and Blue» gegen Mondrians Dogmatik. In der Vorlesung wird das weitläufige Erbe Mondrians untersucht, von den künstlerischen Nachfolger:innen über die Auswirkungen auf die gebaute Umwelt bis hin zu Kunst, Design und Mode in der Postmoderne.
Do, 06.10.2022, 19:30 – 20:45
KOL-F-101, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

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Do, ab 15.09.2022, 4x, 19:30 – 20:45
RAI-G-041, KOL-F-101, SOD-1-102, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich
CHF 105.00
Hinweis Sie entscheiden spontan, ob Sie die Referate zu Hause oder vor Ort im Hörsaal verfolgen wollen. Einzelabende sind zu Fr. 30.– buchbar.

Termine

  • Do 15.09.2022 19:30 – 20:45 RAI-G-041
  • Do 22.09.2022 19:30 – 20:45 KOL-F-101
  • Do 29.09.2022 19:30 – 20:45 SOD-1-102
  • Do 06.10.2022 19:30 – 20:45 KOL-F-101
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Prof. Dr. Susanne Deicher

Kunsthistorikerin, Hochschule Wismar

Geboren 1959 in New York, aufgewachsen in Westdeutschland, Studium der Ägyptologie, Kunstgeschichte und Germanistik in Göttingen und Berlin, Forschungsaufenthalte und Dozententätigkeit in den Niederlanden und in Ägypten, Publikationen zur abstrakten Moderne und zur altägyptischen Kunst.

Prof. Alois M. Müller

Prof. Kunst- und Kulturwissenschafter

Prof. Alois Martin Müller, geboren 1946, ist Kunst- und Kulturwissenschaftler. Arbeitsschwerpunkte: Zeitgenössische Kunst, Kunsttheorie und -literatur, Ästhetik und Kulturphilosophie, sowie die Kulturgeschichte des 16. Jahrhunderts. Ehem. Direktor der HGK Basel, davor Konservator am Museum für Gestaltung Zürich, Dozent, Publizist. Studium der Kunst- und Architekturgeschichte, der Philosophie und der Anthropologischen Psychologie an der Universität Zürich. Wissenschaftlicher Assistent bei Prof. Dr. Hermann Lübbe.

Dr. Andreas Münch

Kunsthistoriker und Kurator

Geboren 1964 in Winterthur. Studium der Kunstgeschichte, Architekturgeschichte und Schweizer Geschichte in Bern. 2001 Promotion zu „De Stijl, das geometrische Ornament und die monumentale Gestaltung“. Von 1999 bis 2002 verantwortlich für die Anlaufstelle Raubkunst im Bundesamt für Kultur; danach bis 2011 Leiter der Kunstförderung und Kurator mehrerer Schweizer Beiträge zu den Biennalen in Venedig, São Paulo, Kairo und New Delhi. Seit 2012 Leiter der Kunstsammlungen des Bundes und des Museums Kloster St. Georgen in Stein a.R. sowie Sekretär der Eidg. Gottfried Keller-Stiftung im Bundesamt für Kultur.

Beat Wismer

Kunsthistoriker

Nach dem Studium der Kunstgeschichte und Philosophie war Beat Wismer über dreissig Jahre lang Museumsdirektor, erst am Aargauer Kunsthaus, Aarau, danach am Museum Kunstpalast in Düsseldorf. Zu seinen Spezialgebieten als Ausstellungsmacher gehörten einerseits die moderne und zeitgenössische, in Düsseldorf vermehrt auch die ältere Kunst. Bevorzugt verfolgte er Projekte zu Zeiten und Disziplinen übergreifenden Themen. 2012 kuratierte er in Düsseldorf die Ausstellung „El Greco und die Moderne“.