Pestalozzi und die Roboter. Bildung in technikaffinen Zeiten - 20W-0340-01 | Volkshochschule Zürich

Kurs: 20W-0340-01 RV 

Ringvorlesung
Pestalozzi und die Roboter. Bildung in technikaffinen Zeiten

100 Jahre Volkshochschule Zürich

Als die Volkshochschulen um 1920 gegründet wurden, ging es um Bildung als als Mittel der sozialen Mobilität. Weiterbildung sollte den Bürger rüsten für die Herausforderungen der Moderne: industrielle Produktion und demokratische Verfassung. Heute reden wir von künstlicher Intelligenz, von selbstbestimmtem Lernen und globalen Rankings. Geht es um Bildung oder Ausbildung? Erlöst uns die KI? Was ist aus den Idealen von damals, aus Pestalozzis Erbe, geworden?

08.10. Wo bleibt Johann Heinrich? Spuren der Anschauungspädagogik
Dr. Rebekka Horlacher

Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827) gilt als Leitfigur der Bildungsgeschichte, ohne dass seine Stärken und Schwächen wirklich bekannt sind. Hat er die Volksschule «erfunden», ist er der Urheber der «Anschauungspädagogik» oder des vielzitierten Slogans «Kopf, Herz, Hand»? Und was ist damit gemeint? Die Vorlesung nähert sich der Person Pestalozzis und verortet ihn im historischen Kontext. Sie sagt auch, weshalb er uns noch immer als überragende Figur begegnet.

Do, 08.10.2020, 18:15 – 19:45
Uni Zürich-Zentrum, Rämistr. 71, Zürich

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15.10. Endlich das Volk. Vom Versuch, die Universität zu öffnen
Dr. Ruth Wiederkehr

«Der Gedanke, die Ergebnisse und Methoden der wissenschaftlichen Arbeit grösseren Kreisen zugänglich zu machen, hat schon lange auch in der Schweiz die Gemüter bewegt», schrieben Zürcher Professoren 1919 an Ihre Kollegen mit der Bitte, ihre Expertise «im Rahmen der Volkshochschulkurse» zugänglich zu machen. Überall in der Schweiz wurden ab 1919 Volkshochschulen gegründet, die teilweise bis heute bestehen. Warum dieses Interesse an Volksbildung?

Do, 15.10.2020, 18:15 – 19:45
Uni Zürich-Zentrum, Rämistr. 71, Zürich

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22.10. Unten bleiben oder nach oben kommen? Gesellschaftliche Reproduktion und soziale Mobilität durch Bildung
Prof. Dr. Lucien Criblez

In liberalen und demokratischen politischen Systeme gilt „Bildung für alle“ als Grundsatz staatlicher Bildungsorganisation. Ideen von Chancengleichheit, Bildungsgerechtigkeit und sozialem Aufstieg verbinden sich mit Bildung. Dagegen steht die Erkenntnis, dass die Schule ein wesentlicher Faktor der sozialen Verfestigung ist. Das Referat zeichnet die Entwicklung von Bildung im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Reproduktion und sozialer Mobilität nach.

Do, 22.10.2020, 18:15 – 19:45
Uni Zürich-Zentrum, Rämistr. 71, Zürich

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29.10. Von der Steinzeit ins Internet – die digitale Überforderung
Prof. Dr. Lutz Jäncke

Zu den bemerkenswerten Fähigkeiten des Menschen, über 75’000 Jahre entwickelt, gehören die vielfältigen Kommunikationsmechanismen sowie die Möglichkeit, Vertrauen und Bindung aufzubauen. Die digitale Welt hat viele dieser Mechanismen binnen weniger Jahre praktisch ausser Kraft gesetzt. Wie wird der Mensch mit diesen Veränderungen umgehen? Kann er sie überhaupt meistern? Ein neurowissenschaftlicher und verhaltensbiologischer Zugang, mit Lösungsansätzen.

Do, 29.10.2020, 18:15 – 19:45
Uni Zürich-Zentrum, Rämistr. 71, Zürich

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05.11. Spezialisiert und zertifiziert. Blind für das Unerwartete
Dr. Suzann-Viola Renninger

Zertifikate für immer mehr Spezialgebiete; Ausbildung als Karriereversprechen; Evaluationen, die Gewissheit verheissen. Doch was, wenn sich die Zukunft darum nicht schert? Sokrates lehrte ein Denken, das sich nie zufriedengibt und den Zweifel zulässt. Er glaubte, dass nur so der Einzelne wie die Gesellschaft zum Glück fände. Wilhelm von Humboldt griff dies auf, als er eine – philosophische – Bildung um der Bildung willen propagierte, da nur diese den Menschen reifen lasse.

Do, 05.11.2020, 18:15 – 19:45
Uni Zürich-Zentrum, Rämistr. 71, Zürich

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12.11. Alt, klug und sinnbedürftig. Bürgerinnen und Bürger als Wissenschafter
Prof. Dr. Mike Martin
Im Zeitalter der «Open Science» werden immer mehr Forschungsdaten zugänglich. Sich ein eigenes Urteil über die Qualitäten von Daten zu bilden, gehört zu den neuen Kulturtechniken – für alle Altersgruppen. Eine chancengleiche Gesellschaft muss deshalb Bildungschancen auch im Alter bieten, damit alle die Möglichkeit zur Reflexion des Wissens und seiner technischen Grenzen haben. Kann Citizen Science mit Menschen über 65 Jahren ein Weg dorthin sein?
Do, 12.11.2020, 18:15 – 19:45
Uni Zürich-Zentrum, Rämistr. 71, Zürich

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19.11. Renaissance-Roboter – Grundlagen der Moderne
Prof. Dr. em. Bernd Roeck

Die Renaissance liess sich nicht nur von Philosophie, Literatur und Kunst der Antike faszinieren, sondern auch von Erfindungen, wie sie zum Beispiel von Ktesibios und Heron von Alexandria überliefert sind. Techniker, Gelehrte und Künstler – Leonardo da Vinci ist der Berühmteste von ihnen – ließen sich anregen, entwickelten die Ideen des Altertums weiter und schufen die Voraussetzungen der industriellen Revolution.

Do, 19.11.2020, 18:15 – 19:45
Uni Zürich-Zentrum, Rämistr. 71, Zürich

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26.11. Erinnern und Vergessen im Zeitalter von Google
Dr. Eduard Kaeser

Zur Entwicklung von Zivilisationen gehört das Vergessen einst vitaler Fähigkeiten. Nach der Argrarrevolution im Neolithikum konnte es sich der Bauer leisten, das „wilde“ Wissen des Jägers und Sammlers zu vernachlässigen. Damit tauchen beunruhigende Fragen auf: Werden den künftigen, technisch aufgerüsteteren Generationen Eltern und Ahnen zunehmend fremder erscheinen? Erlischt das kollektive Gedächtnis der Menscheit, wenn wir die Maschinen trainieren, sich zu erinnern? Erinnern sich dann die Maschinen überhaupt an uns?

Do, 26.11.2020, 18:15 – 19:45
Uni Zürich-Zentrum, Rämistr. 71, Zürich

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03.12. Frei denken – bloss wie? Zur Ökonomisierung von Bildung
Prof. Dr. Katja Rost
Lehrplan 21, Bologna, Pisa, Evaluationen und Rankings vermessen die komplexen Tätigkeiten von Bildungsinstitutionen anhand leicht verfügbarer Kriterien wie Tests, Absolventenquoten oder Selbstauskünfte. Ziel ist die Förderung von Wettbewerb, Exzellenz und Unternehmertum. Konsequenz: mehr Gutaussehen statt mehr Gutsein. Wie viel Markt verträgt Bildung, wenn wir doch unabhängig denken sollen?
Do, 03.12.2020, 18:15 – 19:45
Uni Zürich-Zentrum, Rämistr. 71, Zürich

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10.12. Roboter statt Studierende. KI in der Bildung
Henrique Säuberli
Die künstliche Intelligenz verspricht ein breites Einsatzspektrum. Dabei ist der Einfluss auf die Bildung gleich doppelt. Wenn KI die einfachen Jobs übernimmt, steigt in der Bevölkerung das Bedürfnis nach Bildung. KI kann aber auch helfen, Bildung effizienter und persönlicher zu machen. Die Vorlesung erläutert die Möglichkeiten von KI im Blick auf die zukünftige Beziehung zu den Studenten.
Do, 10.12.2020, 18:15 – 19:45
Uni Zürich-Zentrum, Rämistr. 71, Zürich

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Do, ab 08.10.2020, 10x, 18:15 – 19:45
Uni Zürich-Zentrum, Rämistr. 71, Zürich
Eintritt frei, Anmeldung erforderlich. Wenn Sie nur einzelne Abende besuchen wollen, melden Sie sich bitte an über info@vhszh.ch
Hinweis Ringvorlesung in Kooperation mit der Universität Zürich, Kommission UZH Interdisziplinär. Ab Montag stehen jeweils Podcasts der Vorlesung zur Verfügung. Den Link finden Sie bei der jeweiligen Vorlesung. Die Teilnehmerzahl ist corona-bedingt auf 74 beschränkt.

Termine

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