Kurs: 21W-0365-01 RV 

Konzept: Jonne van Galen
Musica Virtuosa

Ab und zu bringt die Geschichte einen Musiker hervor, der besser, schneller und erfolgreicher scheint als der Rest. Wie schaffen diese Musiker es, ihr Instrument oder ihre Stimme bis zur Perfektion zu beherrschen? Ist es angeborenes Talent? Angelernte Technik? Das Phänomen der Virtuosität in der Musik bildet ein Spannungsfeld zwischen Theorie und Mysterium.

10.01. Licht und Schatten
Virtuosität in der Musik: eine Einführung
Dr. Christine Hoppe

Die souveräne Meisterung, ja die Überwindung schier unüberwindlich erscheinender technischer Schwierigkeiten auf dem Instrument ist das, was die/den Instrumental-Virtuos*in aus der Masse heraushebt. Aber wieso verbinden wir mit dem Begriff nicht nur Lob, sondern auch Tadel, spricht Robert Schumann doch immer wieder von «Virtuosengeklimper», während Franz Liszt Virtuosität als «nicht ein Auswuchs, sondern ein notwendiges Element der Musik» erkennt? Im Vortrag werden Licht- und Schattenwürfe musikalischer Virtuosität auf Komposition und Interpretation beleuchtet.

Mo, 10.01.2022, 19:30 – 20:45
KOL-G-217, Universität Zürich-Zentrum, Rämistr. 71, 8006 Zürich

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17.01. Der Virtuose als Zauberer
Niccolò Paganini und Johann Nepomuk Hofzinser in Wien
Vahid Khadem-Missagh

Dieses Referat beleuchtet Virtuosität aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel: Als Vollendung der künstlerischen Ausdrucksmöglichkeit beschränkt sie sich nicht nur auf die Musik, sondern kann auch auf andere Genres übertragen werden. Als Paganini 1828 auf seiner ersten Auslandsreise nach Wien kommt, erobert er die Hauptstadt im Sturm. Die Künstler der Zeit wie auch die Gesellschaft Wiens überschlagen sich in Begeisterung für den Virtuosen. Unter ihnen ist auch der junge Johann Nepomuk Hofzinser (1806-1875), der Berichte über die Konzerte für Wiener Zeitungen verfasste. Damals als Musikkritiker tätig, avanciert Hofzinser schliesslich zu einem der grössten Zauberkünstler Wiens und gilt heute als einer der bedeutendsten Kartenkünstler des 19. Jahrhunderts und Vorreiter der modernen Salonmagie.

Mo, 17.01.2022, 19:30 – 20:45
KOL-G-217, Universität Zürich-Zentrum, Rämistr. 71, 8006 Zürich

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24.01. Purismus und Transzendenz
Fryderyk Chopin und Franz Liszt
Manuel Bärtsch

Fryderyk Chopin und Franz Liszt, die grossen Innovatoren der Klaviertechnik im 19. Jahrhundert, könnten als Komponisten, Menschen und Performer unterschiedlicher nicht sein. Doch verband sie eine spannungsreiche, wechselvolle Freundschaft. Der Vergleich ihrer ästhetischen, kompositorischen und performativen Verfahrensweisen zeigt zwei Möglichkeiten, auf die «Paganinische Erschütterung» zu reagieren: die Erschaffung einer abgeschlossenen Klavierwelt oder die Überschreitung aller Grenzen. Und doch tauchen bei sorgfältigen Vergleichen auch Gemeinsamkeiten auf, insbesondere in performativer und harmonischer Hinsicht. Diesem Wechselspiel geht die Vorlesung nach. Schliesslich wird der Versuch unternommen, mittels seltener Aufnahmen von 1905 eine Vorstellung der jeweiligen originalen Interpretationsweisen zu vermitteln.

Mo, 24.01.2022, 19:30 – 20:45
KOL-G-217, Universität Zürich-Zentrum, Rämistr. 71, 8006 Zürich

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31.01. Die russische Klavierschule des 19. Jahrhunderts
Alexander Skrjabin und Sergej Rachmaninow
Thomas Meyer

Anfangs des 20. Jahrhunderts erreichte die noch relativ junge russische Klavierschule einen Höhepunkt in Sergej Rachmaninow und Alexander Skrjabin. Der eine, aus St. Petersburg stammend, war ein erdverbundener Nostalgiker, der durch Vollgriffigkeit und einen grandiosen Erzählfluss auffiel. Der andere, in Moskau geboren, war ein flugbereiter Visionär, der ungeahnte Harmonien ersann. Beide führten die pianistische Virtuosität zu neuen Gipfeln.

Mo, 31.01.2022, 19:30 – 20:45
KOL-G-217, Universität Zürich-Zentrum, Rämistr. 71, 8006 Zürich

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07.02. Gitarren-Sounds aus dem lila Nebel
Jimi Hendrix als Virtuose des 20. Jahrhunderts
Dr. Christian Schorno

Jimi Hendrix war der herausstehende Rock-Gitarrist seiner Zeit und wird daher als ein Virtuose der populären Musik bezeichnet. Aber kann es Virtuosität in populären Künsten überhaupt geben? Wenn ja, welche Rolle spielen Faktoren wie Medialisierung, Globalisierung oder Trends der Zeit für die gesellschaftliche Produktion von Virtuosität? Mit historischen und systematischen Überlegungen sollen Brücken zwischen Hendrix und den klassischen Virtuosen gebaut werden.

Mo, 07.02.2022, 19:30 – 20:45
KOL-G-217, Universität Zürich-Zentrum, Rämistr. 71, 8006 Zürich

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23.04. - 27.04. Studienreise: In St. Petersburg auf den Spuren der grossen Komponisten
Thomas Meyer

Wir besuchen die Zarenstadt an der Newa während den orthodoxen Ostern. Neben den vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt bilden das Werk und Leben grosser russischer Komponisten wie Rimski-Korsakow, Schostakowitsch und Rachmaninow einen Schwerpunkt der Reise. Konzertbesuche runden unseren Aufenthalt ab.

23. – 27. April 2022
Hinweis Detailprogramm und Anmeldung unter www.rhzreisen.ch, T 056 221 68 00, info@rhzreisen.ch.
Lesen Sie hier die Blog-Beiträge von Thomas Meyer: «Imaginäre Reise nach St. Petersburg».

Mo, ab 10.01.2022, 5x, 19:30 – 20:45
KOL-G-217, Universität Zürich-Zentrum, Rämistr. 71, 8006 Zürich
CHF 130.00
Hinweis Einzelabende buchbar à Fr. 30.–, Abendkasse ab 19:00.

Termine

  • Mo 10.01.2022 19:30 – 20:45 KOL-G-217
  • Mo 17.01.2022 19:30 – 20:45 KOL-G-217
  • Mo 24.01.2022 19:30 – 20:45 KOL-G-217
  • Mo 31.01.2022 19:30 – 20:45 KOL-G-217
  • Mo 07.02.2022 19:30 – 20:45 KOL-G-217
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Manuel Bärtsch

Pianist, Professor und Forschungsdozent

Manuel Bärtsch ist Pianist, Professor und Forschungsdozent an der Hochschule der Künste Bern und künstlerischer Leiter des Musiksommers am Zürichsee. Die performative Seite seiner musikalischen Sozialisation als Solist, Kammermusiker, Interpret moderner Musik und Liedbegleiter findet ihr Gegenstück in musiktheoretischen und musikwissenschaftlichen Studien; er promovierte an der Universität Bern über die vom Welte-Mignon-Reproduktionsklavier um 1905 aufgezeichneten Interpretationen.

Dr. Christine Hoppe

Dr, wiss. Mitarbeiterin Musikwissenschaft

Christine Hoppe studierte Germanistik und Musikwissenschaft an den Universitäten Rostock und Paris, Sorbonne IV. Seit 2008 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin für Historische Musikwissenschaft an der Universität Göttingen, an der sie 2012 mit einer Arbeit zum Thema Virtuosität in der Musik (Der Schatten Paganinis. Virtuosität in den Kompositionen von Heinrich Wilhelm Ernst) promovierte. Das vielfältige Forschungsfeld um Virtuosität und Virtuos_innen lässt sie seitdem nicht mehr los.

Vahid Khadem-Missagh

Geiger, künstlerischer Leiter des Festivals Allegro Vivo

Vahid Khadem-Missagh zählt zu den führenden Geigern seiner Generation. Seine internationale Tätigkeit umfasst Konzerte als Solist, Konzertmeister und Kammermusiker mit CD-, TV- und Rundfunk-Produktionen. Weiters wurde er zu Lehrtätigkeit an die Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz berufen, seit 2016 ist er künstlerischer Leiter des internationalen Allegro Vivo Festivals. Er studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien und an der Hochschule für Musik und Theater in Bern. Weiterführende wissenschaftliche Studien schloss er mit seiner Dissertation in Wien ab. Sein besonderes Forschungsinteresse gilt der Virtuosität.

Thomas Meyer

lic. phil., Musikwissenschaftler/-journalist

Freischaffender Musikessayist und Musikwissenschaftler. Studium an der Universität Zürich bei Kurt von Fischer (Musikwissenschaft), Hans Ulrich Lehmann (Neue Musik) und Werner Weber (Literaturkritik). Langjährige Tätigkeit als Musikjournalist für Zeitungen, Fachzeitschriften und Rundfunkanstalten. Mitglied von Fachgremien und Festivalleitungen wie dem Musikfestival Bern. Unterricht an Fachhochschulen und seit 2008 an der Volkshochschule Zürich. 2016 Atelierstipendium der Stiftung Landis&Gyr in London. Publikationen u.a. zur Neuen Musik und zur Improvisation.

Dr. Christian Schorno

Dr. phil., Leiter Archiv für moderne Musik

Christian Schorno betreibt das «Archiv für Moderne Musik» und die Webseite Musikzimmer.ch. Hierfür und für Lehrveranstaltungen, Events oder Führungen digitalisiert und archiviert er Quellen zur Populären Musik. Sein Hintergrund: Er sammelt seit mehr als vierzig Jahren Populäre Musik und war Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Digitales Lernen und Lehrbeauftragter an der Universität Zürich.