Kurs: 21W-0360-01 RV 

Konzept: Jonne van Galen
Goya. Alter Meister oder erster Moderner? (ONLINE)

Ob als letzter der alten Meister oder als Prophet der Moderne: Der spanische Künstler Francisco de Goya zählt zu den grössten Malern der europäischen Kunstgeschichte. Diese Ringvorlesung erforscht, wie Goya zwischen seinen persönlichen Fantasien und der politischen Realität Spaniens um 1800 ein einzigartiges Oeuvre schuf.

18.11. Goyas Überwindung der Kunsttradition
Prof. Dr. Werner Busch

Goya gilt als der Erfinder einer gänzlich neuen Bildersprache. Dabei ist er in einer permanenten Auseinandersetzung mit der Kunsttradition begriffen. Er fragt sich: Gilt die religiöse und mythologische Bildersprache angesichts der verheerenden Verhältnisse der Gegenwart überhaupt noch? Ist sie zu kritisieren, zu ersetzen oder mit neuem Inhalt zu füllen? Seine Gemälde und Graphiken bringen diese Probleme zur Anschauung.

Do, 18.11.2021, 19:30 – 20:45
Online-Kurs

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25.11. Selbstgespräch und Dialog
Goyas Porträts
Prof. Dr. Andreas Beyer

Francisco Goya ist auch und vor allem als Porträtist in die Geschichte der Kunst eingegangen, obwohl er erst relativ spät anfing, in dieser Gattung zu arbeiten. Der Vortrag widmet sich seinen Bildnissen von Angehörigen des spanischen Hofes und deren Umkreis, aber auch den intimen Porträts von Freunden und Familie sowie den Selbstbildnissen, die ihn sämtlich als virtuosen Erneuerer und empathischen Beobachter erweisen.

Do, 25.11.2021, 19:30 – 20:45
Online-Kurs

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02.12. Goyas Spätwerk
Traditionelle Genres und technische Innovation
Johanna Wirth Calvo

Die Napoleonischen Kriege haben das Schaffen und das Spätwerk Goyas entscheidend geprägt. Dem angesehenen Porträtmaler waren durch die Kriegswirren Aufträge weggefallen. So versuchte er sich in der Folge in traditionellen Genres wie dem Stillleben und formulierte den Bildtypus für sich neu, indem er das Leiden der Kreatur ins Zentrum stellte. Er stellte sein Landhaus mit den düsteren Visionen seiner «pinturas negras» dar und entdeckte für sich eine neue Technik: die Lithographie. Goyas Spätwerk ist geprägt von formaler und technischer Innovation.

Do, 02.12.2021, 19:30 – 20:45
Online-Kurs

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09.12. Die Welt als Bühne
Theatralität im Werk Goyas
Ioana Jimborean

Goyas Interpretation klassischer Bildmotive erweist sich als höchst theatralisch. In repräsentativen Porträts, aber auch in Alltagsszenen und Stillleben, allesamt der Bildtradition verpflichtet, wählt Goya eine bemerkenswerte Dramaturgie. Anhand ausgewählter Werke Goyas untersuchen wir die Gestaltung des Bildraums, das Verhältnis der Figuren zu den jeweiligen Kulissen und den Einsatz von Lichteffekten.

Do, 09.12.2021, 19:30 – 20:45
Online-Kurs

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Hinweis Buchen Sie auch die Führung durch die Ausstellung «Goya» in der Fondation Beyeler am Fr. 10.12.
Do, ab 18.11.2021, 4x, 19:30 – 20:45
Online-Kurs
CHF 80.00
Hinweis

Einzelabende buchbar à Fr. 25.–.

Buchen Sie auch die Führung durch die Ausstellung «Goya» in der Fondation Beyeler am Fr. 10.12.


Termine

  • Do 18.11.2021 19:30 – 20:45
  • Do 25.11.2021 19:30 – 20:45
  • Do 02.12.2021 19:30 – 20:45
  • Do 09.12.2021 19:30 – 20:45
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Prof. Dr. Andreas Beyer

Dr. phil., Prof. Kunstgeschichte der Frühen Neuzeit, Uni Basel

Andreas Beyer ist seit 2003 Ordinarius für Kunstgeschichte der Neuzeit an der Universität Basel. Von 2009 bis 2014 war er Direktor des Deutschen Forums für Kunstgeschichte in Paris und ist aktuell Sprecher des internationalen Forschungsverbunds «Bilderfahrzeuge – Aby Warburg‘s Legacy and the Future of Iconology». Seine Forschungsfelder sind die Kunst und Architektur der italienischen Renaissance sowie der deutschen Klassik, ein Schwerpunkt liegt auf der Geschichte des Porträts. Zuletzt erschien: «Die Kunst – zur Sprache gebracht», Berlin 2017.

Prof. Dr. Werner Busch

Dr., em. Prof. Kunstgeschichte, Freie Universität Berlin

Geboren 1944 in Prag. Studium der Kunstgeschichte in Tübingen, Freiburg, Wien und London, Promotion 1973 über William Hogarth. 1774-1981 wiss. Ass. in Bonn, Habilitation 1980 ebenda. 1981-1988 Prof. in Bochum, 1983-85 Leitung des Funkkolleg Kunst. Von 1988-2010 Lehrstuhl für Kunstgeschichte an der FU Berlin. Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Von 2003-2009 Leitung des SFB 626 «Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste». Letzte Bücher: Adolph Menzel, München 2015; Hrsg. mit Petra Maisak, Füßlis Nachtmahr, Frankfurt 2017; Goya, München 2018; Die Künstleranekdote, München 2020.

Ioana Jimborean

Wissenschaftliche Mitarbeiterin für die Sammlung und die Alberto Giacometti-Stiftung am Kunsthaus Zürich

2001-2008 Studium der Kunstgeschichte an der Universität Fridericiana zu Karlsruhe und an der Università degli Studi di Roma «La Sapienza». 2011-2012 wissenschaftliches Volontariat an der Fondation Beyeler, Riehen/Basel. Kuratorische Assistenz bei den Ausstellungen Surrealismus in Paris, Max Ernst und Odilon Redon. 2013-2020 Associate Curator und Projektleiterin der Goya-Ausstellung in der Fondation Beyeler.

Johanna Wirth Calvo

lic. phil., Kunsthistorikerin/Hispanistin

Johanna Wirth Calvo, lic. phil. Kunsthistorikerin und Hispanistin. Sie forschte zur mittelalterlichen Skulptur in Kastilien und bereist Spanien seit vielen Jahren. Seit über 20 Jahren ist sie auch als Reiseleiterin tätig. Zusammen mit ihrem Mann, dem spanischen Historiker Luís M. Calvo Salgado bietet sie zudem Kurse zur aktuellen politischen Lage in den peripheren Regionen Baskenland, Katalonien und Galicien an.