Göttliches Gelächter. Friedrich Dürrenmatt - 20W-0370-01 | Volkshochschule Zürich

Kurs: 20W-0370-01 RV 

Ringvorlesung
Göttliches Gelächter. Friedrich Dürrenmatt
«Soll ich malen oder schreiben? Es drängt mich zu beidem.» Am 5. Januar 2021 jährt sich Friedrich Dürrenmatts Geburtstag zum 100. Mal. Wie kaum ein Künstler war Dürrenmatt (1921–1990) ein Doppeltalent, Maler und Dichter zugleich. Und scharf denkender Zeitgenosse dazu. In vielem lebte er neben der Zeit: mit seinem Expressionismus, den die Zeitgenossen verachteten, und seinen Tragikomödien, die ihn erst spät zum gefeierten Star machten. Wer war dieser Gigant des grotesken Humors?
06.01. Endspiele ohne Ende
Dr. Andreas Mauz
In Dürrenmatts literarischen Welten sind Katastrophen die Regel und nicht die Ausnahme. Es gibt kaum ein Werk, in dem nicht ein Untergang kleineren oder eher grösseren Formats dargestellt wird, mitunter recht genüsslich. Der Vortrag fragt nach den Eigenarten und Hintergründen dieser Lust an der Katastrophe und setzt beim individuellen Weltuntergang – dem Tod – einen Akzent.
Mi, 06.01.2021, 19:30 – 20:45
Uni Zürich-Zentrum, Rämistr. 71, Zürich

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13.01. Prothesen, Zwerge, Tiermenschen
Prof. Dr. Christine Weder

Friedrich Dürrenmatt bevorzugt die Hässlichen und Hinfälligen, Über- und Unterdimensionierten, Zusammengeflickten und Zwiegestaltigen. Er kreiert in seinen Texten – und Bildern – mit Vorliebe Wesen jenseits gängiger Vorstellungen von Schönheit und Ganzheit, Gesundheit und Natürlichkeit. Seine Figuren sprengen gerne gewöhnliche Größenordnungen genauso wie Gattungsgrenzen. Der Vortrag führt in dieses kuriose Kabinett der Körper.

Mi, 13.01.2021, 19:30 – 20:45
Uni Zürich-Zentrum, Rämistr. 71, Zürich

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20.01. Den Himmel erklären
Dr. Rudolf Käser

Friedrich Dürrenmatt hat gerne und ausführlich über Astronomie gesprochen. Seine Figuren nehmen den Himmel ganz unterschiedlich wahr. Himmelskörper beleben die Hintergründe seiner Bilder. In politischen Essays vergleicht er mehrmals Sterne mit Staaten. Welches astronomische Wissen verwendet Dürrenmatt? Wie setzt er es in seinen Werke ein? Gefragt wird nach Elementen eines kosmologischen Entwicklungs-Narrativs, das im Spätwerk theologische Diskurse mehr und mehr ablöst.

Mi, 20.01.2021, 19:30 – 20:45
Uni Zürich-Zentrum, Rämistr. 71, Zürich

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27.01. Minotaurus. Eine sagenhafte Ballade
Andreas Jahn
Minotaurus ist eine Mischung aus Tier und Mensch. Opfer und Täter zugleich. Das Labyrinth ist sein Zuhause. Diese schillernde Figur aus dem antiken Kultdenken Griechenlands inspiriert die Künste bis in unsere Gegenwart. Noch 2008 inszeniert Harrison Birtwistle eine Oper dazu. Kongenial bleibt Friedrich Dürrenmatts Beitrag von 1985: Mit eigenen Tuschezeichnungen im Geiste Picassos hat er sein Prosagedicht über Minotaurus gestaltet. Hier beginnt der Vortrag.
Mi, 27.01.2021, 19:30 – 20:45
Uni Zürich-Zentrum, Rämistr. 71, Zürich

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03.02. Dürrenmatt und die Schweiz
Anna von Planta

«Ich bin gerne Schweizer», sagte Dürrenmatt. Als Staatenbund ›en miniature‹ war die Schweiz für ihn eine Art Modell für Europa. Als Vaterland oft ein Ärgernis. Belustigt ebenso wie bedrückt hat ihn die Diskrepanz zwischen der kleinstaatlichen Realität und ihrer ins Heldische entrückten Geschichte. Am streitbarsten formulierte er sein Verhältnis zur Schweiz in seiner letzten Rede an Vaclav Havel: »Die Schweiz – ein Gefängnis?«

Mi, 03.02.2021, 19:30 – 20:45
Uni Zürich-Zentrum, Rämistr. 71, Zürich

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10.02. Der Tunnel, der im Dunkeln blieb
Prof. em. Dr. Peter Utz

Dürrenmatt hat nicht nur in seiner bekannten Erzählung „Der Tunnel“ den helvetischen Boden unterminiert. In einem unpublizierten, kaum bekannten Filmprojekt von 1953 wird ein Expresszug in einem Tunnel der Gotthardbahn von einem Erdrutsch verschüttet. Anders als die Romanvorlage Emilio Geilers von 1942 steuert Dürrenmatts grotesk-komische Filmbearbeitung, die Fragment geblieben ist, auf unlösbare Konflikte zu.

Mi, 10.02.2021, 19:30 – 20:45
Uni Zürich-Zentrum, Rämistr. 71, Zürich

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Mi, ab 06.01.2021, 6x, 19:30 – 20:45
Uni Zürich-Zentrum, Rämistr. 71, Zürich
CHF 150.00

Termine

  • Mi 06.01.2021 19:30 – 20:45
  • Mi 13.01.2021 19:30 – 20:45
  • Mi 20.01.2021 19:30 – 20:45
  • Mi 27.01.2021 19:30 – 20:45
  • Mi 03.02.2021 19:30 – 20:45
  • Mi 10.02.2021 19:30 – 20:45
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