Kurs: 22S-0350-11 RV 

Konzept: David Luginbühl
Festtraditionen von Baden bis Winterthur (hybrid)
Feste und Feiern sind wichtige Stützen für den sozialen Zusammenhalt. Sie sind Tradition – und wurden doch immer wieder neu erfunden. Wie sind unsere Festkulturen entstanden? Wie haben sie sich verändert? Und was sagt ihre Geschichte über den breiteren gesellschaftlichen Wandel aus? Die Ringvorlesung thematisiert diese Fragen am Beispiel von Festen aus dem Raum Zürich und Aargau.
13.09. Das Zürcher Sechseläuten (hybrid)
Dr. Martin Illi
Die Zürcher Gesellschaften und Zünfte trafen sich in der Mitte der Fastenzeit, zu «Mittelfasten», zu einem Schmaus mit in Butter gebackenen «Chüechli». Mit der Reformation wurde der Brauch des Fastensbrechens zum Frühlingsfest umgedeutet. Nach der Auflösung der Zünfte und deren teilweisen Wiederherstellung entstand im Laufe des 19. Jahrhunderts ein neuer, bürgerlicher Festanlass mit fastnachtsähnlichen Auftritten der Zünfte. Nicht ein harmloser Schneemann wurde verbrannt, sondern eine Allegorie auf ein bestimmtes Jahresmotto, zum Beispiel der Schuldensack oder die «Influenza». Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erstarrte der Zug der Zünfte zum Feuer zum ewiggleichen Ritual.
Di, 13.09.2022, 19:30 – 20:45
KO2-F-180, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

Termin in die Agenda übertragen
Hinweis Sie entscheiden spontan, ob Sie dieses Referat zu Hause oder vor Ort im Hörsaal verfolgen wollen. Nach der Buchung erhalten Sie den Kursausweis und damit das Eintrittsticket für die Uni. Zwei Stunden vor Vortragsbeginn erhalten Sie automatisch auch den Zoom-Link per Mail zugesandt und können sich so online zuschalten.
20.09. Das Winterthurer Albanifest (hybrid)
Peter Niederhäuser
Das wichtigste Fest von Winterthur, vielleicht sogar das grösste Altstadtfest Europas – das Albanifest gehört zu den festen Terminen im regionalen Kalender. Der Bezug auf den Winterthurer Patron ist Programm, war doch der Albanitag seit dem Mittelalter Fixpunkt für die städtischen Wahlen. Das Fest hingegen blickt «nur» auf eine 50-jährige Geschichte zurück. Wie kam es zur Einführung oder gar Erfindung dieses neuen Stadtfestes? Und warum wurde dieses so erfolgreich?
Di, 20.09.2022, 19:30 – 20:45
KOL-F-101, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

Termin in die Agenda übertragen
Hinweis Sie entscheiden spontan, ob Sie dieses Referat zu Hause oder vor Ort im Hörsaal verfolgen wollen. Nach der Buchung erhalten Sie den Kursausweis und damit das Eintrittsticket für die Uni. Zwei Stunden vor Vortragsbeginn erhalten Sie automatisch auch den Zoom-Link per Mail zugesandt und können sich so online zuschalten.
27.09. Die Badenfahrt (hybrid)
Dr. Ruth Wiederkehr
Sie zieht einmal pro Jahrzehnt rund eine Million Besucherinnen und Besucher an: die Badenfahrt. Damit ist sie eines der grössten modernen Volksfeste der Schweiz. Erstmals veranstaltet wurde sie 1923, weil man Geld für ein neues Theatergebäude sammeln wollte. Baden war inzwischen nicht mehr Kurort, sondern Industriestadt. Der Name des Fests erinnert dennoch an die grosse Vergangenheit der Thermen. Mittlerweile hat die Badenfahrt 13-mal stattgefunden. Weil Beizen und Darbietungen primär durch Vereine und ehrenamtliche Arbeit auf die Beine gestellt werden, hat sie in der pluralisierten Region eine starke integrative Kraft entwickelt.
Di, 27.09.2022, 19:30 – 20:45
KOL-F-101, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

Termin in die Agenda übertragen
Hinweis Sie entscheiden spontan, ob Sie dieses Referat zu Hause oder vor Ort im Hörsaal verfolgen wollen. Nach der Buchung erhalten Sie den Kursausweis und damit das Eintrittsticket für die Uni. Zwei Stunden vor Vortragsbeginn erhalten Sie automatisch auch den Zoom-Link per Mail zugesandt und können sich so online zuschalten.
04.10. Die Zürcher 1.-Mai-Feier (hybrid)
Prof. Dr. Christian Koller
Seit 130 Jahren ist die 1.-Mai-Feier ein Fixpunkt im Zürcher Festkalender. Dabei haben sich über die Zeit Routen, Erscheinungsbild und Zusammensetzung des Demonstrationszugs, Abschlusskundgebung und Festbetrieb vielfach geändert. Die Vorlesung untersucht Wandel und Konstanten der Zürcher Mai-Feier und setzt sie in Bezug zu übergreifenden gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen.
Di, 04.10.2022, 19:30 – 20:45
KOL-H-312, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich

Termin in die Agenda übertragen
Hinweis Sie entscheiden spontan, ob Sie dieses Referat zu Hause oder vor Ort im Hörsaal verfolgen wollen. Nach der Buchung erhalten Sie den Kursausweis und damit das Eintrittsticket für die Uni. Zwei Stunden vor Vortragsbeginn erhalten Sie automatisch auch den Zoom-Link per Mail zugesandt und können sich so online zuschalten.
Di, ab 13.09.2022, 4x, 19:30 – 20:45
KO2-F-180, KOL-F-101, KOL-H-312, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich
CHF 105.00
Hinweis Sie entscheiden spontan, ob Sie die Referate zu Hause oder vor Ort im Hörsaal verfolgen wollen. Nach der Buchung erhalten Sie den Kursausweis und damit das Eintrittsticket für die Uni. Zwei Stunden vor Vortragsbeginn erhalten Sie automatisch auch den Zoom-Link per Mail zugesandt und können sich so online zuschalten. Einzelabende sind à Fr. 30.– buchbar.

Termine

  • Di 13.09.2022 19:30 – 20:45 KO2-F-180
  • Di 20.09.2022 19:30 – 20:45 KOL-F-101
  • Di 27.09.2022 19:30 – 20:45 KOL-F-101
  • Di 04.10.2022 19:30 – 20:45 KOL-H-312
Termine in die Agenda übertragen

Dr. Martin Illi

Dr. phil., Historiker

Martin Illi, geboren 1956 in Zürich, ist freier Historiker in Zürich und Horgen. Nach dem Geschichtsstudium in Zürich schrieb er den Bestseller «Von der Schîssgruob zur modernen Stadtentwässerung». Nach der Promotion arbeitete er u.a. beim Historischen Lexikon der Schweiz, als Ausstellungskurator und Bildredaktor sowie beim Staatsarchiv Zürich als Autor einer Geschichte der Kantonsverwaltung. Martin Illi publiziert regelmässig zur Sozial-, Wirtschafts-, Kultur- und Lokalgeschichte. Nachdem er bereits 2003 eine Monografie über die Zürcher Constaffel verfasst hatte, erschien von ihm 2022 ein Jubiläumsband über die Zunft Hard in Zürich-Aussersihl.

Prof. Dr. Christian Koller

Dr. phil., Direktor Sozialarchiv Zürich, Titularprofessor Geschichte, Uni Zürich

Christian Koller ist Direktor des Schweizerischen Sozialarchivs und lehrt moderne Geschichte an der Universität Zürich und der FernUni Schweiz. Nach seinem Geschichtsstudium unterrichtete er an verschiedenen Gymnasien, kehrte dann an die Universität Zürich zurück, wo er 1998 promovierte, 2003 habilitiert und 2011 zum Titularprofessor ernannt wurde. Daneben lehrte er an mehreren anderen Universitäten, ab 2007 etwa auch an der Bangor University (Wales). Er forscht unter anderem zur Geschichte von Rassismus und Nationalismus, sozialen Bewegungen, dem Ersten Weltkrieg, Sportgeschichte und Kolonialmilitär.

Peter Niederhäuser

lic. phil., Historiker

Peter Niederhäuser ist freischaffender Historiker und lebt in Winterthur. Sein Interesse gilt der Geschichtsvermittlung in breitestem Sinn. Im Vordergrund stehen Publikationen und Vorträge zur Geschichte der Ostschweiz, wobei er sich mit Vorliebe mit dem Adel und der Klosterwelt beschäftigt. Daneben ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Ausstellungsprojekten, bietet Reisen und Führungen an und schreibt regelmässig für Zeitungen.

Dr. Ruth Wiederkehr

Dr. phil., Germanistin, FH-Dozentin, freie Autorin und Lektorin

Ruth Wiederkehr, geboren 1983, Germanistin und Historikerin, hat als Journalistin und Lehrerin gearbeitet. Heute ist sie selbständige Sachbuchautorin, Texterin und Moderatorin mit Fokus auf die Bereiche Kultur, Bildung und Religion. Als Dozentin ist sie zudem in der Ausbildung von Journalistinnen und Kommunikatoren tätig. Sie ist Verfasserin der Geschichte der Volkshochschule Zürich.