Kurs: 22S-0350-12 RVA 

Dr. Martin Illi
Das Zürcher Sechseläuten (hybrid)
Die Zürcher Gesellschaften und Zünfte trafen sich in der Mitte der Fastenzeit, zu «Mittelfasten», zu einem Schmaus mit in Butter gebackenen «Chüechli». Mit der Reformation wurde der Brauch des Fastensbrechens zum Frühlingsfest umgedeutet. Nach der Auflösung der Zünfte und deren teilweisen Wiederherstellung entstand im Laufe des 19. Jahrhunderts ein neuer, bürgerlicher Festanlass mit fastnachtsähnlichen Auftritten der Zünfte. Nicht ein harmloser Schneemann wurde verbrannt, sondern eine Allegorie auf ein bestimmtes Jahresmotto, zum Beispiel der Schuldensack oder die «Influenza». Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erstarrte der Zug der Zünfte zum Feuer zum ewiggleichen Ritual.
Diese Veranstaltung gehört zu
Festtraditionen von Baden bis Winterthur (hybrid)
Di, 13.09.2022, 19:30 – 20:45
KO2-F-180, Universität Zürich-Zentrum mit Online-Übertragung (live), Rämistr. 71, 8006 Zürich
CHF 30.00
Hinweis Sie entscheiden spontan, ob Sie dieses Referat zu Hause oder vor Ort im Hörsaal verfolgen wollen. Nach der Buchung erhalten Sie den Kursausweis und damit das Eintrittsticket für die Uni. Zwei Stunden vor Vortragsbeginn erhalten Sie automatisch auch den Zoom-Link per Mail zugesandt und können sich so online zuschalten.

Dr. Martin Illi

Dr. phil., Historiker

Martin Illi, geboren 1956 in Zürich, ist freier Historiker in Zürich und Horgen. Nach dem Geschichtsstudium in Zürich schrieb er den Bestseller «Von der Schîssgruob zur modernen Stadtentwässerung». Nach der Promotion arbeitete er u.a. beim Historischen Lexikon der Schweiz, als Ausstellungskurator und Bildredaktor sowie beim Staatsarchiv Zürich als Autor einer Geschichte der Kantonsverwaltung. Martin Illi publiziert regelmässig zur Sozial-, Wirtschafts-, Kultur- und Lokalgeschichte. Nachdem er bereits 2003 eine Monografie über die Zürcher Constaffel verfasst hatte, erschien von ihm 2022 ein Jubiläumsband über die Zunft Hard in Zürich-Aussersihl.