Kurs: 21W-0320-11 RV 

Konzept: David Luginbühl
Blaues Gold – Der Kampf ums Wasser (ONLINE)
Der Zugang zu Wasser ist lebensnotwendig. Der Klimawandel, die Wende hin zu erneuerbaren Energien und das Bevölkerungswachstum lassen eine Zunahme von Konflikten um die Ressource Wasser erwarten. Ganze Weltregionen hängen dabei von Wasserläufen ab, die mehrere Staatsgrenzen überschreiten. Werden die Kriege der Zukunft um das blaue Gold geführt? Oder birgt Wasser vielmehr Potenzial für mehr internationale Kooperation? Ausgehend von Staudammprojekten und bedeutenden Wasserspeichern thematisiert die Ringvorlesung die gegenwärtige und zukünftige Bedeutung des Wassers in der internationalen Politik.
10.01. Wasser: eine Ressource in der internationalen Politik (ONLINE)
Prof. Dr. Susanne Schmeier
Grenzüberschreitende Wasserressourcen rücken immer mehr ins Zentrum des politischen Interesses. Neben Hydrologen und Ingenieuren beschäftigen sich zunehmend Diplomaten und Politiker mit grossen Flusssystemen wie Nil, Aralsee oder Mekong. Welche Chancen und Risiken birgt diese Politisierung von Wasser und Wassermanagement? Verstärkt sie Konflikte oder befördert sie die Kooperation zwischen den Anrainerstaaten? Wie verändert der Klimawandel die jeweiligen Situationen? Das Referat widmet sich diesen Fragen und führt dabei durch verschiedenste Flusssysteme rund um die Welt – von der Donau zum Mekong und vom Kongo zum Amazonas.
Mo, 10.01.2022, 19:30 – 20:45
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17.01. Äthiopiens umstrittener Megadamm am Blauen Nil (ONLINE)
Prof. Dr. Hans Hurni
Seit 2011 baut Äthiopien an der Grenze zum Sudan einen Megadamm, der im Endausbau den Abfluss des Blauen Nils stauen und eine Leistung von 6 Gigawatt Elektrizität produzieren wird. Die flussabwärts liegenden Staaten Sudan und Ägypten wehren sich heftig gegen den Bau und wollen verhindern, dass Äthiopien das Management des Damms eigenständig handhabt. Angesichts von Umweltzerstörung und Klimaveränderung sind dies berechtigte Sorgen. Aber kann man einen souveränen Staat zwingen, seine natürlichen Ressourcen anderen zugänglich zu machen? Ein internationales Dilemma mit globalem Konfliktpotenzial.
Mo, 17.01.2022, 19:30 – 20:45
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24.01. Wasserkonflikte im Nahen Osten (ONLINE)
Tobias von Lossow
Der Nahe Osten ist der Hotspot schlechthin in Sachen Wasserknappheit, -management und -konflikte. Während die Nachfrage steigt, nimmt das Wasserangebot ab. Diverse hydrologische, politische und sozio-ökomische Entwicklungen verstärken diesen Trend, etwa der Klimawandel oder das Bevölkerungswachstum. Nutzungs- und Verteilungskonflikte um die begrenzten Ressourcen verschärfen sich. Zudem werden Wasserversorgung und -infrastrukturen oft politisch instrumentalisiert und in gewaltsamen Konflikten als Waffe eingesetzt.
Mo, 24.01.2022, 19:30 – 20:45
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31.01. Grossprojekte und Geopolitik rund um das Wasserschloss Himalaya (ONLINE)
Christoph von Eichhorn
In der tibetischen Hochebene entspringen die sechs wichtigsten Flüsse der Erde, Lebensadern von 1,3 Milliarden Menschen in Asien. Alle wichtigen Ströme nehmen auf chinesischem Staatsgebiet ihren Ursprung, was dem Land enorme Macht über seine Nachbarn gibt. Für Spannungen sorgt besonders der rasante Ausbau der Wasserkraft: In Tibet werden eine Reihe neuer Staudämme geplant, darunter seit kurzem ein besonders umstrittenes Mega-Projekt am Yarlung Tsangpo, dem Oberlauf des Brahmaputra. All das spielt sich vor dem Hintergrund des Klimawandels ab, der im Himalaya besonders rasch verläuft.
Mo, 31.01.2022, 19:30 – 20:45
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07.02. Das Wasser der Schweiz – bald eine bedrohte Ressource? (ONLINE)
Prof. Dr. Rolf Weingartner
Die Klimaerwärmung, aber auch andere Formen des Wandels in Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft verändern bereits heute die verfügbare Menge und die Nutzung des Wassers in der Schweiz. In vielen Bereichen stehen wir erst am Anfang einer Entwicklung, welche auf die regionale wasserwirtschaftliche Situation beträchtliche Auswirkungen haben könnte. Die Lösungswege sind vorgezeichnet, aber meist nur auf dem Papier. Gesellschaft, Politik und Wirtschaft müssen ihren bisherigen Denkrahmen verlassen und auf neue, innovative, nachhaltige und vor allem auch ganzheitliche Lösungen setzen – und dies besser heute als morgen.
Mo, 07.02.2022, 19:30 – 20:45
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14.02. Wasser: Ware oder Menschenrecht? (ONLINE)
Zum Kontrast zwischen UNO-Resolution und globaler Realität
Andreas Zumach
Es war ein grosser zivilisatorischer Fortschritt, dass die UNO im Jahr 2010 das Menschenrecht auf Wasser beschloss. Doch das in dieser Resolution verbriefte Recht ist für immer weniger Menschen Realität. Wasservorräte und Wasserversorgungssysteme werden weiterhin privatisiert und Konzerne machen erhebliche Gewinne mit dem Verkauf der Ware Wasser. Für viele Menschen ist Trinkwasser nicht mehr bezahlbar. Zudem bedrohen Umweltverschmutzung und globale Erwärmung die Versorgung der Menschen mit ausreichend Wasser – nicht nur in Ländern des Südens, sondern auch in Europa und Nordamerika.
Mo, 14.02.2022, 19:30 – 20:45
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Mo, ab 10.01.2022, 6x, 19:30 – 20:45
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CHF 120.00
Hinweis Einzelabende buchbar à Fr. 25.-

Termine

  • Mo 10.01.2022 19:30 – 20:45
  • Mo 17.01.2022 19:30 – 20:45
  • Mo 24.01.2022 19:30 – 20:45
  • Mo 31.01.2022 19:30 – 20:45
  • Mo 07.02.2022 19:30 – 20:45
  • Mo 14.02.2022 19:30 – 20:45
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Prof. Dr. Hans Hurni

Dr. phil. nat., Dr. h.c., Prof. em. für Geographie und Nachhaltige Entwicklung, Uni Bern

Hans Hurni arbeitete bis zu seiner Pensionierung 2016 an der Universität Bern. In jungen Jahren lebte er 10 Jahre in Äthiopien, zunächst als Leiter eines Nationalparks für Steinböcke und später als Gründungsdirektor eines Forschungsnetzwerks für Wasser- und Bodenschutz. Zurück in der Schweiz gründete er an der Universität Bern das interdisziplinäre Zentrum für Entwicklung und Umwelt, CDE, und initiierte den Nationalen Forschungsschwerpunkt, NCCR North-South, welcher von 2001 – 2013 in über 40 Ländern des globalen Südens tätig war.

Prof. Dr. Susanne Schmeier

Dr. iur., ass. Prof. für Wasserrecht und Dipl., IHE Delft

Susanne Schmeier ist Associate Professor für Wasserrecht und Wasserdiplomatie am IHE Delft in den Niederlanden. Ihre akademische Arbeit sowie ihre beratenden Tätigkeiten fokussieren sich auf Fragen von Konflikt und Kooperation um natürlich Ressourcen – insbesondere Wasser – sowie die Rolle rechtlicher und institutioneller Mechanismen der Streitschlichtung und Konfliktprävention. Vor ihrer Tätigkeit bei IHE arbeitete sie u.a. bei der deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ), wo sie u.a. das grenzübschreitende Wassermanagementportfolio der GIZ koordinierte, sowie bei der Weltbank und der Mekong River Commission.

Christoph von Eichhorn

Stv. Ressortleiter Wissenschaft der Süddeutschen Zeitung

Christoph von Eichhorn, geboren 1987, ist seit 2019 stellvertretender Ressortleiter Wissen der Süddeutschen Zeitung. Zuvor hat er Praktika u.a. beim SPIEGEL, Quarks & Co. und dem Magazin Caixin (Peking) absolviert. 2015 nahm er am Medienbotschafter-Programm der Robert-Bosch-Stiftung in China teil. Christoph von Eichhorn hat Bioprozesstechnik (B.Sc. in Engineering) und Wissenschaftsphilosophie (M.A.) an der TU München studiert. Bei seiner Arbeit als Wissenschaftsjournalist legt er den Fokus auf die Themen Energie, Umwelt und Digitalisierung.

Tobias von Lossow

Politologe, FU Berlin, Clingendael Institute (NL)

Tobias von Lossow ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Niederländischen Institut für Internationale Beziehungen «Clingendael», affiliierter Wissenschaftler am UNESCO Institut für Wasser-Ausbildung in Delft und Dozent an der Freien Universität Berlin. Er studierte Politikwissenschaften in München, Berlin, Cork und Oslo. Bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) war er in der Forschungsgruppe Naher Osten und Afrika tätig. Seit über zehn Jahren setzt er sich mit Wasserkonflikten und Wasserpolitik in diesen Regionen auseinander, zuletzt insbesondere mit dem Einsatz von Wasser als Waffe.

Prof. Dr. Rolf Weingartner

Dr. phil. nat., em. Prof. Hydrologie, Uni Bern

Rolf Weingartner studierte, doktorierte und habilitierte sich am Geographischen Institut der Universität Bern mit Spezialisierung auf die Hydrologie. Nach längeren Auslandsaufenthalten leitete er von 1989 – 2019 die Gruppe für Hydrologie am Berner Geographischen Institut, zuerst als Oberassistent und zuletzt als ordentlicher Professor. Aktuell ist er Mitinhaber der Firma ecosfera gmbh, welche sich im Bereich Wasser, Wald und Ökosysteme engagiert. Zudem nimmt er verschiedene Mandate in Lehre, Forschung und Verwaltung wahr.

Andreas Zumach

Journalist und Buchautor, UNO-Korrespondent, Berlin

Andreas Zumach, geboren 1954 in Köln, Journalist und Buchautor, war von 1988 bis 2020 UNO-Korrespondent mit Sitz in Genf für die Berliner «Tageszeitung» (taz) sowie für andere Printmedien, Rundfunk- und Fernsehanstalten in Deutschland, der Schweiz und anderen Ländern. Er schreibt für die Schweizer Internetplattform «Infosperber» und für die «Wochenzeitung» (Woz) in Zürich und ist als Experte für internationale Beziehungen und Konflikte tätig. Im April 2021 erschien sein jüngstes Buch «Reform oder Blockade – welche Zukunft hat die UNO?» im Rotpunkt-Verlag Zürich.