Sprachen

Sprachen lernen, Zukunft lernen

  • Wie kamen Sie zur VHS und worin besteht Ihre Aufgabe? 

    Patricia Picek Nadig: Ich bin seit 2009 dabei. Anfänglich unterstützte ich die Administration bei der Organisation der Sprachkurse,  2012 übernahm ich die Leitung des Ressorts Sprachen.

    Was bedeutet Ihnen Sprache?

    Dazu habe ich ein ambivalentes Verhältnis. Ich bin zweisprachig aufgewachsen und musste als Kind jeden Mittwochnachmittag zur Förderung in den Muttersprachenunterricht. Es war eine Qual. Doch durch Reisen und Sprachkurse erkannte ich mit der Zeit, dass mir Sprachen in ihrem Herkunftsland Türen öffnen können. Man erhält einen ganz anderen Zugang zu Menschen. Sprache bedeutet mir daher Integration, Interesse und Respekt.

    Warum sollte man überhaupt eine Fremdsprache erlernen? 

    Den Zugang zu fremden Kulturen erhält man einfachsten über die jeweilige Landessprache. In der Geschäftswelt wiederum wird vielfach Englisch, allenfalls Französisch oder Italienisch vorausgesetzt. Und erwünscht sind Fremdsprachenkenntnisse ja in fast allen Berufen und Firmen.

    Aber heute sprechen doch ohnehin alle Englisch – geschäftlich und im Internet … 

    Durch Internet und Fernsehen mag die junge Generation automatisch mit Englisch aufwachsen, doch das muss nicht heissen, dass sie – oder wir Erwachsenen – diese Sprache beherrschen. Deshalb bietet die VHS neben Business- und Diplomkursen auch Grundkurse an. Nach Englisch ist die verbreitetste Sprache noch immer Chinesisch und weiterhin sehr beliebet sind Japanisch und Romanisch. Bei der VHS glauben wir an Vielfalt. Nicht zuletzt deshalb haben wir auch alte Sprachen wie Latein oder Altgriechisch im Programm.

  • Patricia Picek, Leiterin Sprachen, VHS Zürich

    Patricia Picek, Leiterin Ressort Sprachen

     Gibt es Sprachen, die Ihrer Meinung nach gefördert werden sollten?

    Fürs Geschäftliche wird ganz klar Englisch benötigt. Aber für unsere Welt ist Mannigfaltigkeit meiner Meinung nach sehr wichtig. Es wäre wirklich langweilig, wenn auf dem ganzen Erdball nur noch eine einzige Sprache benutzt würde. Darum sollten insbesondere Sprachen gefördert werden, die fast nicht mehr gesprochen werden. Auch sollten bei allen Sprachen alte und ursprüngliche Ausdrücke und Wörter bewahrt werden. Bereits einiges ging im Lauf der Zeit vergessen oder wurde stark abgewandelt.

    Welches ist Ihre persönliche Lieblingssprache und weshalb?

    Mein Schweizer Dialekt; in keiner anderen Sprache kann ich mich besser und schneller ausdrücken.

    Glauben Sie, dass es irgendwann nur noch eine einzige Sprache geben wird?

    Das möchte ich nicht glauben. Eher geht die Welt unter als dass die Sprachenvielfalt komplett verschwindet. Wollen wir hoffen, dass beides ausbleibt.

    Interview: Mike Mateescu

 

Kulturpark

Zukunft pur

  • Stichwort Ökologie: Ist die kühle Nüchternheit von Zürich-West ein Vor- oder Nachteil für den Standort des Kulturparks? 

    Ein Vorteil! Im Kulturpark diskutieren wir Themen wie Ökologie nicht in Birkenstock-Sandalen – obwohl dagegen natürlich nichts einzuwenden wäre –, sondern in einem technisch durchdachten Konzeptbau. Das zeigt auch, worum es uns geht: Nicht um Nachhaltigkeit als Askese, wohl aber als Weg in die Zukunft, der bereits hier und jetzt Sinn und gleichzeitig Spass macht. Das Quartier Zürich-West wurde nicht zufällig als Standort gewählt, sondern hat den Kulturpark überhaupt erst als solchen inspiriert: Die Stiftung Hamasil wollte etwas Greifbares für die Belebung von Zürich-West unternehmen, statt bloss ins vorherrschende Klagelied einzustimmen.

    Wie gross ist der Austausch der VHS mit den über 20 Firmen im Gebäude?

    Wie für eine Nachbarschaft üblich, pflegt man ein paar intensive Kontakte, während man anderen nur selten begegnet. Doch durch das Mandat der Raumvermietung stehen wir mit den meisten nun regelmässig in Kontakt. Der Kulturpark zeichnet sich auch dadurch aus, dass die Mitarbeiter der verschiedenen Institutionen und Firmen regelmässig an Netzwerktreffen teilnehmen. Das begünstigt den gegenseitigen Austausch, da die meisten Firmen „seelenverwandt“ sind, weil wir uns ja alle in irgendeiner Form der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet fühlen. Das äussert sich nicht nur in einer lockeren Du-Kultur, sondern auch darin, dass die gemeinsame Wertehaltung informelles Zusammenarbeiten und Unterstützen erleichtert.

    Was macht die Überbauung ökologisch vorbildlich? 

    Der Kulturpark versteht sich als «Klimainsel». Offene, durchlässige Böden lassen Regenwasser einsickern und sorgen während der heissen Monate für Verdunstungskühlung. Die hellen Fassaden werfen das Sonnenlicht zurück, Baumarten mit viel Blätterwerk spenden Schatten. Meteorwasser wird gesammelt und für die Kühlung der Treppenhäuser genutzt. Eine mechanisch passive Auskühlung und Durchlüftung der Treppenhäuser, eine sorgfältige Materialwahl und vieles weitere tragen zur natürlichen Lebens- und Arbeitsplatzqualität im Kulturpark bei. Heizwärme beziehen wir übrigens von der nahegelegenen Kehrichtverbrennungsanlage.

  • VHS Mandat Programm

    Valentin Huber, Projektleiter Kulturpark

    Was sind die Synergien zwischen den Wohnungsmietern und dem Kulturpark?

    Hier laufen die Dinge erst an. Die meisten Firmen im Kulturpark sind erst seit gut einem Jahr ansässig, und Dinge wie Umzug, Zurechtfinden am neuen Ort oder der Kontakt mit den zahlreichen «Nebenmietern» benötigen nun mal Zeit. Der Kontakt mit den Bewohnern, welche bereits vor zwei Jahren einzogen, hält sich noch in Grenzen, aber allmählich kommt er zustande. Erst kürzlich wurde die Plattform «fürenand.ch» eingerichtet, die auch von Firmen genutzt werden kann. Die Bewohner selbst sind gut organisiert und nehmen neuerdings an den Netzwerkveranstaltungen teil. Es entwickelt sich etwas!

    An welche Menschen richtet sich das Angebot des Kulturparks primär?

    An alle, die sich Gedanken darüber machen, wie wir gemeinsam in die Zukunft gehen wollen. Das Thema Nachhaltigkeit beschränkt sich dabei nicht auf Ökologie, sondern befasst sich auch wesentlich mit der gesellschaftlichen Entwicklung.

    Welchen Einfluss nimmt die Hamasil-Stiftung?

    Als Bauherrin des Kulturparks und als Auftragsgeberin für das Veranstaltungsprogramm gibt Hamasil die Stossrichtung der Programmausrichtung vor. In der Ausgestaltung sind wir ziemlich frei. Weiter unterstützt uns die Stiftung mit zahlreichen Kontakten in der Szene. Durch ihre Fördertätigkeit hilft sie uns ausserdem entscheidend dabei, interessante Projekte in den Kulturpark zu bringen.

    Was hat es mit dem Kulturpark-Fest auf sich und was erwartet uns da?

    Es wird kein gewöhnliches Fest werden, eher eine Art Zukunftstag. Mit dem Netzwerk-Gedanken möchten wir alle Firmen und Bewohner in einen kulturparkweiten Event einbeziehen. Weder wir noch Hamasil wollen ihn besonders steuern. Wir hoffen vielmehr, dass diese Schule für die Zukunft im Kulturpark-Schwarm entsteht. Wie das dann genau endet? Wir werden es am 8. September sehen!

    Interview: Mike Mateescu

 

Lehrerfortbildung

Lehren will gelernt sein

  • Im September 2016 übernahm die VHS die Administration der ZAL Zürcher Arbeitsgemeinschaft für Weiterbildung der Lehrpersonen. Der Verein – getragen von allen Lehrerinnen- und Lehrerverbänden des Kantons – wird vom Volksschulamt subventioniert, sein Angebot ist inhaltlich auf das Schulfeld ausgerichtet und richtet sich nach den Bedürfnissen der Lehrpersonen und Schulleitungen. Eine grosse Bereicherung für die Aktivitäten der VHS, die gleichzeitig aber neue Anforderungen mit sich bringt. Die zuständige Leiterin, Leandra Gassmann, gibt Auskunft.

    Wie kam es zu diesem Mandat?

    Die ZAL strebte eine komplette Neugestaltung ihres Erscheinungsbildes (Drucksachen, Website) und die Implementierung eines Webshops an und fand in der VHS Zürich die geeignete Partnerin, um dies in kürzester Zeit umsetzen zu können.

    Könnte sich die ZAL denn nicht selbst verwalten?

    Die Stärken der hochmotivierten ZAL-Mitarbeitenden, die aktiv in der Schulpraxis stehen, liegen in der Kursorganisation und dem Unterrichten. Daher ist alles Administrative ausgegliedert. Das ist ökonomisch und nachhaltig.

    Was qualifiziert gerade die VHS Zürich für diese Aufgabe?

    Zwar unterscheidet sich die Zielgruppe der ZAL von der unseren, aber die organisatorischen Abläufe sind ähnlich. Ich bin seit 2013 für die Kursplanung und Kursadministration der VHS zuständig und mit meinem Wirtschaftsstudium in VWL und BWL bestens für die Prozessoptimierung gerüstet. Meine vorausschauende Art lässt mich zudem den Überblick behalten und Probleme frühzeitig erkennen. Tatkräftige Unterstützung erhalte ich von Mirjam Neck: Während ich mich hauptsächlich um Prozessoptimierungen und Spezialfälle kümmere, erledigt sie das administrative Tagesgeschäft.

  • Leandra und Mirjam

    Leandra Gassmann (Geschäftsstellenleiterin) und Mirjam Neck (Administration)

    Wo liegt der Fokus bei der Betreuung der ZAL?

    Wir befassen uns mit dem Layout des gedruckten Kursprogramms, verwalten die gesamten Anmeldeprozesse von der Einschreibung bis zur Teilnahmebestätigung und rechnen überdies die Honorare der Kursleitenden ab. Unterschätzt wurde im Vorfeld jedoch die Raumsuche. Die Vielfältigkeit der ZAL-Kurse setzt unterschiedlichste Kursräume voraus, wie etwa Aulen, Werkstätten, Küchen, Hörsäle und vieles mehr. Solche Räumlichkeiten zu bezahlbaren Preisen in Stadt und Kanton zu finden, nimmt oft mehrere Tage in Anspruch.

    Erfinden Sie auch Kurse?

    Nein, Themen und Inhalte werden von den Bereichsverantwortlichen und der Geschäftsleitung der ZAL entworfen. Vorschläge können aber auch von den Kursleitenden eingebracht werden.

    Und welche Ziele wurden für 2017 gesteckt?

    Was die Kursinhalte fürs Kursprogramm 2018 anbelangt, müssen alle Ausschreibungen einen Bezug zum Zürcher Lehrplan 21 aufweisen, was mit enormem Aufwand für Kursleitende und ZAL-Mitarbeitende verbunden ist. Administrativ gibt es eher eine Anzahl kleinerer Baustellen zu beheben. Etwa die Einführung einer Online-Umfrage für Kursteilnehmende oder der Übergang von ausgedruckten zu elektronischen Rechnungen. Überhaupt arbeiten wir auf den papierlosen Versand hin.

    Interview: Mike Mateescu