Sind Sie schön genug?

Der Beauty Campus ist das themathische Herzstück der Zürcher Festspiele und gleichzeitig ihr grosses Finale. Der Thementag auf dem Münsterhof dreht sich um die unterschiedlichen Facetten von Schönheit und Wahnsinn. Er ist als Messe gestaltet, mit Ständen und Performances, Auftritten und Shows, etwas schräg, aber ernst in der Substanz: Expertenvorträge aus Psychologie und Religion bis hin zur Umgestaltung des eigenen Körpers und zur Selbstoptimierung.Die Treatment Area lädt zur Erkundung der Schönheit am eigenen Körper ein: Wagen Sie einen Schritt in Richtung Selbstoptimierung und Selbstverschönerung – als Spiel!

Beauty Campus ist eine Zusammenarbeit der Zürcher Festspiele mit der VHS Zürich.

Das Detailprogramm.

Eintritt frei.

Mache was I will

Photo: Toni Vescoli, ca. 1967

1968 hat die Welt verändert. Aus 50 Jahren Distanz lässt sich das ganz nüchtern konstatieren, egal, auf welcher Seite der Barrikaden man damals stand. 1968 hat den Glauben an die Autoritäten untergraben, hat den bürgerlichen Kanon beseitigt, hat den Weg zur modernen, improvisierten Kunst und zur Selbstbezogenheit der Gegenwart geebnet. 1968 hatte dafür einen eigenen Sound, eine eigene Musik: die Rockmusik. 1968 war eine Kulturrevolution, weil es die geltenden ästhetischen Kategorien auf den Kopf stellte und für einen kurzen Moment lang die Hoffnung nährte, es könne auch alles ganz anders sein.

In der Ringvorlesung «For the Times They Are A-Changing – 1968 in der Musik» gehen wir diesem Wandel nach. Wie die Politik in die Musik kam und wieder raus. Und was der Träume sonst noch waren, und wie sie sich im Dunst der Selbstberauschung auflösten. Klingende Geschichte mit Beispielen von Bob Dylan, Janis Joplin, Jimi Hendrix, Rolling Stones, The Doors. Und mit Live-Gast Toni Vescoli. Auch er sang damals: Ich mache was I will!

Höhepunkt der Reihe ist der Auftritt von Toni Vescoli. Gründer von Les Sauterelles, der ersten Popband der Schweiz, erzählt er über die damalige Zeit: Warum alles anders werden musste, was die Rolle des Vaters war, wie er zu seiner Sonnenbrille kam, warum alles politisch war und genauso unpolitisch – das Stimmungsbild eines Zeitgenossen, gewürzt mit ein paar Songs.

Toni Vescoli singt und erzählt
«Mache was I will»
Donnerstag, 17. Mai 2018, 19:30 – 20:45, Universität Zürich Zentrum.
Abendkasse ab 19:00.

Sieben Fragen zum Ressort Sprachen

Wie kamen Sie zur VHS und worin besteht Ihre Aufgabe? 

Patricia Picek Nadig: Ich bin seit 2009 dabei. Anfänglich unterstützte ich die Administration bei der Organisation der Sprachkurse,  2012 übernahm ich die Leitung des Ressorts Sprachen.

Was bedeutet Ihnen Sprache?

Dazu habe ich ein ambivalentes Verhältnis. Ich bin zweisprachig aufgewachsen und musste als Kind jeden Mittwochnachmittag zur Förderung in den Muttersprachenunterricht. Es war eine Qual. Doch durch Reisen und Sprachkurse erkannte ich mit der Zeit, dass mir Sprachen in ihrem Herkunftsland Türen öffnen können. Man erhält einen ganz anderen Zugang zu Menschen. Sprache bedeutet mir daher Integration, Interesse und Respekt.

Warum sollte man überhaupt eine Fremdsprache erlernen? 

Den Zugang zu fremden Kulturen erhält man einfachsten über die jeweilige Landessprache. In der Geschäftswelt wiederum wird vielfach Englisch, allenfalls Französisch oder Italienisch vorausgesetzt. Und erwünscht sind Fremdsprachenkenntnisse ja in fast allen Berufen und Firmen.

Aber heute sprechen doch ohnehin alle Englisch – geschäftlich und im Internet … 

Durch Internet und Fernsehen mag die junge Generation automatisch mit Englisch aufwachsen, doch das muss nicht heissen, dass sie – oder wir Erwachsenen – diese Sprache beherrschen. Deshalb bietet die VHS neben Business- und Diplomkursen auch Grundkurse an. Nach Englisch ist die verbreitetste Sprache noch immer Chinesisch und weiterhin sehr beliebet sind Japanisch und Romanisch. Bei der VHS glauben wir an Vielfalt. Nicht zuletzt deshalb haben wir auch alte Sprachen wie Latein oder Altgriechisch im Programm.

Gibt es Sprachen, die Ihrer Meinung nach gefördert werden sollten?

Fürs Geschäftliche wird ganz klar Englisch benötigt. Aber für unsere Welt ist Mannigfaltigkeit meiner Meinung nach sehr wichtig. Es wäre wirklich langweilig, wenn auf dem ganzen Erdball nur noch eine einzige Sprache benutzt würde. Darum sollten insbesondere Sprachen gefördert werden, die fast nicht mehr gesprochen werden. Auch sollten bei allen Sprachen alte und ursprüngliche Ausdrücke und Wörter bewahrt werden. Bereits einiges ging im Lauf der Zeit vergessen oder wurde stark abgewandelt.

Welches ist Ihre persönliche Lieblingssprache und weshalb?

Mein Schweizer Dialekt; in keiner anderen Sprache kann ich mich besser und schneller ausdrücken.

Glauben Sie, dass es irgendwann nur noch eine einzige Sprache geben wird?

Das möchte ich nicht glauben. Eher geht die Welt unter als dass die Sprachenvielfalt komplett verschwindet. Wollen wir hoffen, dass beides ausbleibt.

Interview: Mike Mateescu

Sieben Fragen an den Kulturpark

Stichwort Ökologie: Ist die kühle Nüchternheit von Zürich-West ein Vor- oder Nachteil für den Standort des Kulturparks? 

Ein Vorteil! Im Kulturpark diskutieren wir Themen wie Ökologie nicht in Birkenstock-Sandalen – obwohl dagegen natürlich nichts einzuwenden wäre –, sondern in einem technisch durchdachten Konzeptbau. Das zeigt auch, worum es uns geht: Nicht um Nachhaltigkeit als Askese, wohl aber als Weg in die Zukunft, der bereits hier und jetzt Sinn und gleichzeitig Spass macht. Das Quartier Zürich-West wurde nicht zufällig als Standort gewählt, sondern hat den Kulturpark überhaupt erst als solchen inspiriert: Die Stiftung Hamasil wollte etwas Greifbares für die Belebung von Zürich-West unternehmen, statt bloss ins vorherrschende Klagelied einzustimmen.

Wie gross ist der Austausch der VHS mit den über 20 Firmen im Gebäude?

Wie für eine Nachbarschaft üblich, pflegt man ein paar intensive Kontakte, während man anderen nur selten begegnet. Doch durch das Mandat der Raumvermietung stehen wir mit den meisten nun regelmässig in Kontakt. Der Kulturpark zeichnet sich auch dadurch aus, dass die Mitarbeiter der verschiedenen Institutionen und Firmen regelmässig an Netzwerktreffen teilnehmen. Das begünstigt den gegenseitigen Austausch, da die meisten Firmen «seelenverwandt» sind, weil wir uns ja alle in irgendeiner Form der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet fühlen. Das äussert sich nicht nur in einer lockeren Du-Kultur, sondern auch darin, dass die gemeinsame Wertehaltung informelles Zusammenarbeiten und Unterstützen erleichtert.

Was macht die Überbauung ökologisch vorbildlich? 

Der Kulturpark versteht sich als «Klimainsel». Offene, durchlässige Böden lassen Regenwasser einsickern und sorgen während der heissen Monate für Verdunstungskühlung. Die hellen Fassaden werfen das Sonnenlicht zurück, Baumarten mit viel Blätterwerk spenden Schatten. Meteorwasser wird gesammelt und für die Kühlung der Treppenhäuser genutzt. Eine mechanisch passive Auskühlung und Durchlüftung der Treppenhäuser, eine sorgfältige Materialwahl und vieles weitere tragen zur natürlichen Lebens- und Arbeitsplatzqualität im Kulturpark bei. Heizwärme beziehen wir übrigens von der nahegelegenen Kehrichtverbrennungsanlage.

Was sind die Synergien zwischen den Wohnungsmietern und dem Kulturpark?

Hier laufen die Dinge erst an. Die meisten Firmen im Kulturpark sind erst seit gut einem Jahr ansässig, und Dinge wie Umzug, Zurechtfinden am neuen Ort oder der Kontakt mit den zahlreichen «Nebenmietern» benötigen nun mal Zeit. Der Kontakt mit den Bewohnern, welche bereits vor zwei Jahren einzogen, hält sich noch in Grenzen, aber allmählich kommt er zustande. Erst kürzlich wurde die Plattform «fürenand.ch» eingerichtet, die auch von Firmen genutzt werden kann. Die Bewohner selbst sind gut organisiert und nehmen neuerdings an den Netzwerkveranstaltungen teil. Es entwickelt sich etwas!

An welche Menschen richtet sich das Angebot des Kulturparks primär?

An alle, die sich Gedanken darüber machen, wie wir gemeinsam in die Zukunft gehen wollen. Das Thema Nachhaltigkeit beschränkt sich dabei nicht auf Ökologie, sondern befasst sich auch wesentlich mit der gesellschaftlichen Entwicklung.

Welchen Einfluss nimmt die Hamasil-Stiftung?

Als Bauherrin des Kulturparks und als Auftragsgeberin für das Veranstaltungsprogramm gibt Hamasil die Stossrichtung der Programmausrichtung vor. In der Ausgestaltung sind wir ziemlich frei. Weiter unterstützt uns die Stiftung mit zahlreichen Kontakten in der Szene. Durch ihre Fördertätigkeit hilft sie uns ausserdem entscheidend dabei, interessante Projekte in den Kulturpark zu bringen.

Was hat es mit dem Kulturpark-Fest auf sich und was erwartet uns da?

Es wird kein gewöhnliches Fest werden, eher eine Art Zukunftstag. Mit dem Netzwerk-Gedanken möchten wir alle Firmen und Bewohner in einen kulturparkweiten Event einbeziehen. Weder wir noch Hamasil wollen ihn besonders steuern. Wir hoffen vielmehr, dass diese Schule für die Zukunft im Kulturpark-Schwarm entsteht. Wie das dann genau endet? Wir werden es am 8. September sehen!

Interview: Mike Mateescu

Kulturmanager Valentin Huber war von 2011 bis 2016 Ressortleiter Politik, Musikgeschichte und Religion bei der Volkshochschule Zürich. Er hat Politik und Religion studiert. Seit Sommer 2016 betreut er das Mandat Kulturpark (Raumvermietung und Programm) der VHS; seit Frühling 2017 ist er ausschliesslich für das Programm im Kulturpark zuständig.

Sechs Fragen an die ZAL

Im September 2016 übernahm die VHS die Administration der ZAL Zürcher Arbeitsgemeinschaft für Weiterbildung der Lehrpersonen. Der Verein – getragen von allen Lehrerinnen- und Lehrerverbänden des Kantons – wird vom Volksschulamt subventioniert, sein Angebot ist inhaltlich auf das Schulfeld ausgerichtet und richtet sich nach den Bedürfnissen der Lehrpersonen und Schulleitungen. Eine grosse Bereicherung für die Aktivitäten der VHS, die gleichzeitig aber neue Anforderungen mit sich bringt. Die zuständige Leiterin, Leandra Gassmann, gibt Auskunft.

Wie kam es zu diesem Mandat?

Die ZAL strebte eine komplette Neugestaltung ihres Erscheinungsbildes (Drucksachen, Website) und die Implementierung eines Webshops an und fand in der VHS Zürich die geeignete Partnerin, um dies in kürzester Zeit umsetzen zu können.

Könnte sich die ZAL denn nicht selbst verwalten?

Die Stärken der hochmotivierten ZAL-Mitarbeitenden, die aktiv in der Schulpraxis stehen, liegen in der Kursorganisation und dem Unterrichten. Daher ist alles Administrative ausgegliedert. Das ist ökonomisch und nachhaltig.

Was qualifiziert gerade die VHS Zürich für diese Aufgabe?

Zwar unterscheidet sich die Zielgruppe der ZAL von der unseren, aber die organisatorischen Abläufe sind ähnlich. Ich bin seit 2013 für die Kursplanung und Kursadministration der VHS zuständig und mit meinem Wirtschaftsstudium in VWL und BWL bestens für die Prozessoptimierung gerüstet. Meine vorausschauende Art lässt mich zudem den Überblick behalten und Probleme frühzeitig erkennen. Tatkräftige Unterstützung erhalte ich von Mirjam Neck: Während ich mich hauptsächlich um Prozessoptimierungen und Spezialfälle kümmere, erledigt sie das administrative Tagesgeschäft.

Wo liegt der Fokus bei der Betreuung der ZAL?

Wir befassen uns mit dem Layout des gedruckten Kursprogramms, verwalten die gesamten Anmeldeprozesse von der Einschreibung bis zur Teilnahmebestätigung und rechnen überdies die Honorare der Kursleitenden ab. Unterschätzt wurde im Vorfeld jedoch die Raumsuche. Die Vielfältigkeit der ZAL-Kurse setzt unterschiedlichste Kursräume voraus, wie etwa Aulen, Werkstätten, Küchen, Hörsäle und vieles mehr. Solche Räumlichkeiten zu bezahlbaren Preisen in Stadt und Kanton zu finden, nimmt oft mehrere Tage in Anspruch.

Erfinden Sie auch Kurse?

Nein, Themen und Inhalte werden von den Bereichsverantwortlichen und der Geschäftsleitung der ZAL entworfen. Vorschläge können aber auch von den Kursleitenden eingebracht werden.

Und welche Ziele wurden für 2017 gesteckt?

Was die Kursinhalte fürs Kursprogramm 2018 anbelangt, müssen alle Ausschreibungen einen Bezug zum Zürcher Lehrplan 21 aufweisen, was mit enormem Aufwand für Kursleitende und ZAL-Mitarbeitende verbunden ist. Administrativ gibt es eher eine Anzahl kleinerer Baustellen zu beheben. Etwa die Einführung einer Online-Umfrage für Kursteilnehmende oder der Übergang von ausgedruckten zu elektronischen Rechnungen. Überhaupt arbeiten wir auf den papierlosen Versand hin.

Interview: Mike Mateescu

Leandra Gassmann (Geschäftsstellenleiterin) und Mirjam Neck (Administration)

Leandra und Mirjam cropped

Wissen ist gut, Verstehen ist besser

Die VHS macht faire Preise, hören wir immer wieder. Das freut uns. Als nicht-subventionierte Einrichtung rechnen wir hart. Dass wir erschwingliche Kursgebühren erheben, verdanken wir unter anderem den Lehrer/innen und Dozent/innen, die zu sehr anständigen Tarifen für uns arbeiten. Müssten wir uns hier nach dem Markt richten, alles würde teurer.

Dennoch: Sie können die Volkshochschule günstiger haben. Treten Sie dem Verein zur Förderung der VHS Zürich bei und lösen Sie eine mezzo-Mitgliedschaft. Als mezzo-Mitglied geniessen Sie auf alle Vortragskurse und Ringvorlesungen 50% Rabatt. Bildung als Schnäppchen – klingt nicht so gebildet, aber ist wahr!

Wenn Sie bereits ein myVHS-Login haben: Loggen Sie sich ein und klicken Sie unter «Status» die Option VHS mezzo an. Schon sind Sie dabei. Wenn Sie für das Schuljahr 2017/18 ein mezzo buchen, kriegen Sie den September 2017 geschenkt dazu. Der Rabatt gilt ab sofort. Bis am 31.10.2107. Und wenn Sie noch kein Login haben, eröffnen Sie eins. Es geht ganz einfach. Oder schreiben Sie ein Email an Förderverein@vhszh.ch.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen an der Uni!

Fragen zum Schluss – von Beat Kappeler

Minarettinitiative, Masseneinwanderungsinitiative, Donald Trump, Brexit, Vormarsch der Rechten, Putins Internettrolls – die Debatten, ob die in demokratischen Verfahren sich manifestierende kollektive Klugheit eher der Weisheit oder der Ignoranz zuzuordnen sei, haben in den letzten Jahren an Zahl und Heftigkeit zugenommen. Dazu gesellt sich der Dauerverdacht, dass die Politiker nach der Pfeife der Wirtschaft tanzen, dass das Stimmvolk sich über Social Media manipulieren lassen und das Schwinden der Bereitschaft, Entscheide, die einem nicht passen, anzuerkennen. Für die VHS ist es Zeit, zum Semesterabschluss ein paar Fragen zur Tauglichkeit der Demokratie zu stellen. Wir haben dafür einen der profiliertesten Politpublizisten des Landes gewinnen können: Dr. h.c. Beat Kappeler, lange Jahre Wirtschaftsjournalist, dann Sekretär des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, zwischendurch auch Dozent an der VHS Zürich, heute Publizist, Kolumnenschreiber, Kenner!

Im Anschluss an Referat und Diskussion sind alle Hörerinnen und Hörer herzlich zum Aperitif im Lichthof der Universität eingeladen.

Dr. h.c. Beat Kappeler, «Vernunft, Sonderinteressen, Macht – wie fit ist die Demokratie?»
Freitag, 17. Februar 2017, 14h00 – ca. 16h00. Reservation unerlässlich. Fr. 20.-, inkl. Aperitif.

Im Rollstuhl an die Bärengasse?

Mehrfach wurde uns anlässlich der Eröffnung des Hauses Bärengasse die Frage gestellt, warum wir es zulassen, dass das Gebäude nicht rollstuhlgängig sei. Hier unsere Antwort:

Das Haus Bärengasse 20/22 ist im Parterre rollstuhlgängig. Die oberen Stockwerke zeichnen sich durch unterschiedliche Deckenniveaus der beiden Hausteile und ein durchgehendes Set von historischen Türen aus, die alle 5 bis 10cm hohe Schwellen aufweisen. Der 1995 eingebaute Lift entspricht leider nicht der heutigen Norm, d.h. er ist zu klein für einen Rollstuhl. Hingegen können sich Menschen mit Rollator oder am Stock einigermassen problemlos im Haus bewegen.

Die Stadt Zürich als Eigentümerin und Bauherrin hat darauf verzichtet, das Haus Bärengasse von der 1. Etage an aufwärts rollstuhlgängig zu machen – aus zwei Gründen:

1. Die Eingriffe in die historische Substanz wären massiv. Man hätte alle Türen umbauen müssen. Der Niveauunterschied von 20cm zwischen Nr. 20 und Nr. 22 würde lange Rampen erfordern, die zu gefangenen Räumen führen, da einzelne Zimmer dann nur durch andere, nicht aber durch die vorhandenen Türen direkt vom Lift aus erreichbar wären. Ebenso wären die Kosten in keinem realistischen Verhältnis zum Nutzen gestanden (wie das Behindertengleichstellungsgesetz es vorsieht).

2. Das von der VHS an der Bärengasse zusammengezogene Kursangebot (hauptsächlich Sprachen) hat in den letzten zehn Jahren keine Teilnehmer im Rollstuhl verzeichnet. Sollten sich jedoch Menschen im Rollstuhl für eine Teilnahme interessieren, ist die VHS in der Lage, die entsprechenden Kurse in andere Lokalitäten zu verlegen, die rollstuhlgängig sind. Ausserdem gibt es zahlreiche Anbieter von Sprachkursen in Zürich, deren Unterricht in modernen Gebäuden mit allen Einrichtungen zugunsten gehbehinderter Menschen stattfindet.

Die Besonderheit, die nur die VHS bietet, sind die akademisch ausgerichteten Kurse und Vortragsreihen. Hier verzeichnen wir regelmässig Teilnehmer im Rollstuhl, was uns besonders freut. Diese Kurse werden auch künftig ausschliesslich an der Universität stattfinden. Das Hauptgebäude der Universität ist vollständig rollstuhlgängig. Das gilt auch für das Gymnasium Rämibühl, wo der allergrösste Teil der VHS-Sprachkurse stattfindet.

Die Stadt Zürich wie die VHS sind bestens darüber im Bilde, dass die Schweiz diverse Konventionen unterzeichnet und Gesetze verabschiedet hat, welche im Zeichen der Integration Massnahmen zugunsten (geh-)behinderter Menschen vorsehen. Diese Massnahmen werden bei Neubauten konsequent umgesetzt. Bei Umbauten historischer Gebäude hingegen gilt, wie bei allen Gesetzen in der Schweiz, das Augenmass. Der Zugewinn muss in einem vernünftigen Verhältnis zu den Kosten und dem Verlust an originaler Bausubstanz stehen. Angesichts einer bisher nicht existenten Nachfrage nach Sprachkursen an der VHS seitens stark gehbehinderter Bürgerinnen und Bürger wäre das bei der Bärengasse aber nicht der Fall.

Im Übrigen sind wir überzeugt, dass die Stadt mit der Kombination JULL-VHS eine ideale Belegung für die Bärengasse gefunden hat. Nur anderthalb von fünf Etagen sind durch Büros und Infrastrukturbereiche belegt. Dreieinhalb Etagen sind der Öffentlichkeit im Rahmen von kulturellen Bildungsangeboten oder von einfachen Besuchen zugänglich. Dass es auch Büros hat im Haus Bärengasse, ist für das Haus von Vorteil, weil es dadurch belebt und eine bessere Aufsicht gewährleistet ist. Für den bauhistorischen Schatz, den die Bärengasse darstellt, ist eine bessere und kostengünstigere Lösung nicht vorstellbar.

Die VHS ist im Übrigen keine staatliche Einrichtung. Sie ist eine selbsttragende (d.h. nicht subventionierte) Organisation der Erwachsenenbildung.

Pius Knüsel, Direktor VHS

Ergänzung vom 1. April 2016:
Obiger Beitrag hat offenbar mehr Hoffnungen geweckt, als die VHS erfüllen kann. Wenn es um eine Kursverlegung geht, dann muss die Mehrheit der bisherigen Kursteilnehmer mitziehen. Ansonsten fällt der Kurs zusammen und niemandem ist gedient. Diesen Aspekt haben wir bei der Veröffentlichung der Stellungnahme übersehen. Über Verlegungen nachzudenken, erübrigt sich, wenn es praktisch identische Angebote der VHS an hindernisfrei zugänglichen Kursorten gibt.

Und nun also – Bärengasse

Nun sind wir da – mitten im Finanzzentrum Zürichs, 200 Meter vom Paradeplatz, an der Bärengasse, in diesem charakterstarken Doppelhaus aus dem 17. Jahrhundert, einer der wenigen Zeugen aus der Barockzeit Zürichs. Nun sind wir da: Das bedeutet nicht, dass die ganze VHS umgezogen ist. An der Bärengasse befinden sich jetzt die Büros der VHS plus eine Handvoll Schulzimmer für Tagessprachkurse, Alltagspsychologie und Gestalten. 95% der Kurse finden nach wie vor an der Universität und am Gymnasium Rämibühl statt. Mit der Bärengasse hat die VHS zusätzlich eine Heimat gefunden, einen Ort, an dem man sie besuchen kann, wo es eine Cafeteria gibt und Aufenthaltsräume für VHS-StudentInnen. Auf den direkten Austausch mit unseren TeilnehmerInnen freuen wir uns am meisten.

Zur Geschichte der Bärengasse (PDF, Download).

Dozentinnen und Dozenten

Die neuste Erweiterung der VHS-Website ist das Dozentenverzeichnis. Es listet alle Referent/innen des laufenden und des kommenden Semesters. Vom Namen gelangen Sie direkt auf die Ergebnisliste der Suchmaske mit den entsprechenden Vorlesungen.

Hier also Ihr Einstieg ins Angebot der VHS, wenn Sie nach Ihrem Lieblingsreferenten bzw. Ihrer Lieblingsreferentin suchen.