03 Nov

„Kunst ist der Notschrei jener, die an sich das Schicksal der Menschheit erleben. … Die nicht stumpf den Motor „dunkle Mächte“ bedienen, sondern sich ins laufende Rad stürzen, um die Konstruktion zu begreifen. Die nicht die Augen abwenden, um sich vor Emotionen zu behüten, sondern sie aufreißen, um anzugehen, was angegangen werden muss. Die aber oft die Augen schließen, um wahrzunehmen, was die Sinne nicht vermitteln, um innen zu schauen, was nur scheinbar außen vorgeht. Und innen, in ihnen, ist die Bewegung der Welt, nach außen dringt nur der Widerhall: das Kunstwerk.“ (Arnold Schönberg: „Aphorismen“ In: „Die Musik“, IX, 4. Quartal, 1909, Seite 159).

Diesem Ansatz gehorcht der Schweizer Komponist René Wohlhauser noch heute. Für ihn entsteht Musik aus einer inneren Dringlichkeit – es ist ein Müssen, das den Künstler führt, weder Pflichtbewusstsein noch Aussicht auf Verdienst. René Wohlhauser führt mit seinem Ensemble Polysono vier Komponisten auf: Iannis Xenakis, Klaus Huber, Heinz Holliger rund eigene Werke. Unter dem Titel „Schönheit der Moderne II“ führt Felipe Cattapan, Musikwissenschaftler, in die Geschichte der Neuen Musik und das Wirken der vier Komponisten ein. René Wohlhauser ist Gast.

Felipe Cattapan
„Schönheit der Moderne II: Musik der Dringlichkeit“
Freitag, 23. Feb. 2018, 13:30 – 17:00, Haus Bärengasse.
Musiksalon, 2 x 90. Min. mit Kaffeepause.
Inklusive Konzertbesuch am Samstag, 24. Feb. 2018, 19:30, Lavatersaal, St. Peterhofstatt 6, Zürich.

„Schönheit der Moderne III“ wird sich im Sommersemester 2018 um Igor Strawinskis „Sacre du Printemps“ drehen.

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