03 Nov

Bild: Johann Jakob Meyer (1787–1858), Der Rhonegletscher von Gletsch aus, 1830

Landschafts- und Trachtenbilder entstanden mit dem Aufkommen der klassischen Bildungsreise, der «Grand Tour». Heute würde man die Grand Tour als Qualitätstourismus bezeichnen – langsames, auf Sehen konzentriertes Reisen in Bildungsabsicht. Für die Künstler bildeten die Reisenden eine neue Kundschaft. Ihren verkauften sie ihre Landschafts- und Trachtenbilder im Original oder als grafische Blätter. Das Museum Allerheiligen in Schaffhausen nimmt die Besucher von heute auf eine veritable Entdeckungsreise durch die Schweiz und zeigt die verschiedenen Regionen mit ihren Naturwundern und Sehenswürdigkeiten. Indem es die Sehtechniken der Zeit von 1750 und 1850 wieder aufleben lässt, wechselt es die Perspektiven und lässt die Besucher eintauchen in eine Welt ein, die weitgehend verschwunden und doch in vielerlei Hinsicht noch immer lebendig ist. Dazu zählen auch die Legenden und Mythen der Schweiz, wie sie von der aufkommenden Tourismusbranche (mit-)erfunden wurden.

Dr. Matthias Fischer
„Tour de Suisse. Schweizer Kleinmeister des 18. und 19. Jahrhunderts“
Dienstag, 5. und 12.12.2017, 19:30, Uni Zürich
mit Führung durch die Ausstellung im Museum Allerheiligen am Samstag, 9.12.2017.

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