25 Sep

Für viele Kunstliebhaberinnen und -liebhaber endet die Kunstgeschichte um 1920, wenn die Abstraktion ihren Einzug hält und die Bilder immer radikaler, reduzierter, sperriger werden. Doch Abstraktion ist nicht einfach ein Verlust an Erzählbarkeit, an Inhalt oder Stoff. Abstraktion ist eine ganz besondere Suche nach einem neuen Ausdruck, nach einem noch nie gesehenen Spiel von Formen und Bedeutungen. Denn als Auftakt erfand das 20. Jahrhundert das menschliche Ego, getrieben von der Libido und geschichtet in Bewusstsein und Unterbewusstsein, in dem die stärksten Kräfte schlummern. Dieses neue Menschenbild musste sich in der Kunst auswirken. So begannen die Künstler, nach einem neuen Vokabular zu suchen, das diesen innern Kräften angemessen war. Die Abstraktion – neben Expressionismus und späterem Surrealismus – war eine ganz wichtige Erfindung. Dass sie nicht bloss in leeres Formenspiel, sondern zu einer grossen Bildpoesie reifen kann, führt uns Paul Klee (1849–1940) vor.

Ringvorlesung
„Paul Klee – Wege zur Abstraktion“
Donnerstag, 9.11., Anna Szech, „1914-1919. Dialog mit Zeitgenossen“
Donnerstag, 23.11., Dr. Fabienne Eggelhöfer, „Wege des Naturstudiums. Abbild und Abstraktion“
Donnerstag, 30.11., Dr. Michael Baumgartner, „Linien und Symbole“
Donnerstag, 7.12., Prof. Dr. Wolfgang Kersten, „Der Preis der Abstraktion“

Einzeltickets an der Abendkasse.

Führung
Paul Klee in der Fondation Beyeler
Freitag, 17.11., 15:30.

Weitere Kunstkurse in verwandtem Umfeld:

Dr. des. Madleine Skarda
„Die klassische Moderne“

Lehrgang Kunstgeschichte, Modul 8 (auch einzeln buchbar)
Montag, 8.11. – 2.12.2017, 6x, 19:30 – 21:00, Uni Zürich-Zentrum

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