20 Sep

Musik spricht direkt zu den Affekten. Mehr als jede andere Kunst umgeht sie die Sprache und erreicht unsere Anima, den Kern unserer Existenz. Deshalb ärgert sie uns, wenn sie erklingt, wo sie nicht sollte. Oder sie ergreift uns ungewollt. In dieser Sicht ist Musik eine starke Kraft. Die Komponisten aller Epochen haben sich das zunutze gemacht. Und sie haben, um die Effekte hervorzubringen, besondere Kniffe erfunden. Einer ist der Tritonus, jenes Intervall, das die Oktave in zwei gleiche Hälften teilt. Im Tritonus steckt eine Reibung, die Unheimliches ahnen lässt; unheimlich ist die Gefahr. Mit dem Tritonus erzeugen Komponisten von Bach bis Hendrix (ja, der mit der Gitarre!) Spannung: in Oper und Film ist diese musikalische Kraft besonders beliebt. In einer Ringvorlesung erforschen wir das Phänomen Tritonus.

„Bedrohung und Befreiung – der Tritonus“
Ab Montag, 23.10., 4x, 19:30, Uni Zürich-Zentrum.

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