21 Sep

Das 19. Jahrhundert war das Jahrhundert der wissenschaftlichen Durchbrüche. Die Trennung von Religion, Kunst und Forschung in je eigene Domänen – eine Errungenschaft der Aufklärung – war ein grosser Schritt in Richtung Befreiung der Erkenntnis und der kreativen Kräfte. Auch die Farbentheorie machte Fortschritte. Farbwahrnehmung ist, so der damalig neuste Stand, eine Konstruktion. Farbe lässt sich zerlegen und wieder zusammensetzen. Daraus entstand der Pointillismus: ein auf einfarbige Punkte gebaute Farbtheorie. Grösse, Menge, Dichte und Mischung der Punkte ergeben zuletzt die Farbwahrnehmung.

Darin fand Paul Signac (1863-1935) die Grundlage seiner Malkunst. Ursprünglich Impressionist, wandte er sich dieser wissenschaftlicheren Malweise zu und entwickelte, zusammen mit Georges Murat, den Pointillismus oder Neo-Impressionismus. Die Bewegung blieb kurz, aber folgenreich. Signac & Co. beeinflussten die aller bis weit ins 20. Jahrhundert. Sie hatten die Farbe befreit – und zu einem eigenen Thema gemacht.

Ringvorlesung „Die Befreiung der Farbe“

Führung durch die Ausstellung im neuen Kunstmuseum Lugano „Paul Signac“

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