24 Mrz

Was ist Licht? Ein Stoff, der den Raum füllt? Eine Art Radarstrahlung, mit denen die Augen die Umwelt abtasten? Teilchen, die durch den Raum rasen? Elektromagnetische Wellen, die sich im Äther ausbreiten? Solche Fragen diskutiert die Wissenschaft seit Jahrtausenden. Je mehr Erkenntnis sie über die Natur des Lichts ans Licht beförderte, umso freier wurde der Umgang der Kunst mit dem Licht. Vom Licht als Abglanz göttlicher Offenbarung, die durch die Dinge hindurch scheint, über ein Licht, das den Dingen innewohnt, ja ihnen gehört und von ihnen ausgestrahlt wird, hin zur Idee des Lichts, das die Dinge von aussen beleuchtet bis zum Licht als Rohstoff, der sich in reiner Form gestalten lässt, hat die Kunst als geformtes Licht eine faszinierende Entwicklung durchlaufen. Entscheidend die Entdeckung des elektrischen Lichts im 19. Jahrhundert. Sie eröffnete nochmals ganz neue Dimensionen. In der Ringvorlesung „Euphorisches Erkennen. Kunst und Licht“ gehen wir der Kunstgeschichte als Lichtgeschichte nach, bis hin zur Museumsbeleuchtung. Denn das moderne Museum wäre ohne künstliches Licht gar nicht denkbar.

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